Freitag, 23. Mai 2014

Allerlei aus Altona

Manchmal sind wir nicht auf dem Feld. Der Hund mag nicht den ganzen Tag den Kaninchen und Rehen nur zuschauen, sondern will auch spazieren gehen, spielen und schnüffeln. Da müssen wir natürlich hinterher!

Und manchmal möchte ich nicht nur in Parks und Grünanlagen spazieren gehen, sondern habe Lust, durch die Straßen zu bummeln. Genau wie der Hund.


Hunde haben ja auf geheimnisvolle Weise oft ähnliche Wünsche und Interessen wie ihre Halter. Der Dackel meiner Mutter hat sogar ihre Lieblingssendungen im Fernsehen mit ihr geteilt und ich bin mir sicher, Hund Emma hört gern Jazz ..... .

Hund Emma wollte am letzten Freitag, einen Spaziergang von Altona bis ins Schanzenviertel machen und da haben wir sie gern begleitet. Schön war er, der Spaziergang: Kommt mit, ich stell Ihn Euch vor.

Ihr werdet einen alten Bekannten wiedertreffen und es wird ein wenig verständlich werden, warum Hamburg, wie kürzlich in einem Artikel im Hamburger Abendblatt bemängelt wurde, pro Quadratmeter Straßengrün nur € 0,72 ausgibt, anstatt wie viele andere (allerdings deutlich kleinere) Städte um die € 2,00. Zum Schluss werdet Ihr Bekanntschaft mit einer kleinen "Damenboutique" in der Schanze machen.

Wir beginnen den Spaziergang am Altonaer Bahnhof und gehen von dort aus Richtung Große Bergstrasse. Die große Bergstraße verändert sich rasant. Wo vor ein paar Jahren nur 1 Euro Shops, Billig-Bäcker und Telefonläden anzutreffen waren, wir gebaut, gebaut, gebaut.  Hund Emma findet es trotzdem super, an zwei Tagen in der Woche ist hier Markt und das heißt, Hund Emma hat total viele interessante Gerüche in der Nase.


Für uns Menschen ist es dort zur Zeit noch relativ uninteressant. Denn während dort in meiner Kindheit einige Springbrunnen sprudelten und das Bild von einem florierenden Geschäftsleben beherrscht wurde, ist das Einkaufszentrum in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend verkommen. Einige Geschäfte stehen leer.



Viele Einzelhändler sind in die Nähe des Mercado umgezogenen und mit ihnen das kaufkräftigere Publikum. Obgleich die Pläne zum Bau des Mercado ursprünglich vehemente Gegner fanden, die (unter anderem) eine Yuppisierung des Stadtteils und eine Zunahme des Autoverkehrs prophezeiten, kaufen sie - da bin ich mir ganz sicher - dort heute in schönster Eintracht mit den Befürwortern ein. Insbesondere nachdem das sogenannte Frappant zugemacht hatte, zogen auch Geschäfte wie Karstadt und Safeway, die dem Stadtteil lange die Treue gehalten hatte, schließlich fort. Zurück blieb Tristesse in bester Lage, die nur von zwei Traditionsgeschäften noch "beatmet" wurde: Das eine ist das schöne Feinkostgeschäft Claus Kroeger, das wirklich immer schon dort und immer noch schön ist:




Und gleich daneben der Gemüsehandel Aktiv City Markt, der gleichermaßen durch seine Vielfalt und die schöne mediterrane Präsentation seiner Produkte überzeugt:




Außer diesen beiden Läden gab es lange Zeit nur noch Apotheken (ja, der Stadtteil ist etwas überaltert) und Handy-Geschäfte.

Dabei war das Frappant eines der hoffnungsvollsten und meist bestauntesten Gebäude der 70iger Jahre! Ein riesiges Gebäude, das von Innen nach Art eines Kreuzfahrtdampfers mit Messinggeländern  und einem großen Forum gestaltet und (offen gesagt: idiotischerweise - aber ich fand´s toll!) sogar vollständig mit einem in den Farben der Zeit geblümten Teppichboden (!) angelegt war. Zu den Seiten öffneten sich kleine Ladengeschäfte und im Keller befand sich eine große elegante Bar.  Da sich natürlich vor dem Betreten eines Einkaufszentrum kein Mensch die Schuhe auszieht, das Hamburger Wetter das Hamburger Wetter ist und  - seien wir ehrlich - Altona verdammt nah an seiner verruchten kleinen Schwester St. Pauli liegt,  muss ich wohl nicht näher beschreiben, wie die Innenraumgestaltung nach acht Wochen aussah. Ganz zu schweigen davon, wie es nach zehn Jahren aussah. Und nach zwanzig. Und nach dreißig. Der Teppichboden ging zuerst, es folgten die Geschäfte. Eine Bar, in der auch "Tanztees" veranstaltet wurden,  hielt sich (na klar!) relativ lange. Aber irgendwann brach auch das milieugeprägte Geschäft ein. Und dann kam lange nichts. Das Gebäude konnte nicht abgerissen werden weil es asbestverseucht war und der Abriss ungefähr so teuer geworden wäre, wie der Neubau, wenn nicht teurer. Die Stadt konnte dies schlicht nicht bezahlen.

Doch irgendwann ging ein Gerücht durch Altona: Ein großes nordisches Möbelhaus, das bis dahin nur dicht an Autobahnen baute und dessen Geschäft darauf basierte, dass Käufer die Ware selbst mitnahmen und zusammenbauten, plane ein völlig neues Konzept: Eine Filiale mitten in einer Innenstadt unter Ausbau eines Systems, bei dem nicht alle Waren sofort mitgenommen, sondern auch geliefert werden. Und, so hieß es: Dieses Möbelhaus ziehe das Altonaer Einkaufszentrum (so nannte man die große Bergstrasse früher) als Standort in Betracht!! Dort wo die olle Bausünde aus den Siebzigern stand sollte ein völlig neues Konzept entstehen!!

Die Kritiker schossen hervor wie Spargel bei feuchter Wärme: Der Autoverkehr! Die Yuppisierung des Stadtteils! Und dann hatten sich in der Bauruine ja auch Künstler angesiedelt, die man doch unmöglich "vertreiben" könne. Sicher, bezahlbarer Raum für Künstler in der Stadt ist schwer zu finden, und besser die Ruine durch Künstler nutzen, als leer stehen lassen. Keine Frage. Nur liegt in in diesem Provisorium nicht auch der Reiz dieser Ruinen, die eben gerade nicht für die Ewigkeit als Atelier, Probenraum etc. dienen und gerade deshalb besonders sind? Aber wie progressiv man auch immer ist, geht es an den Besitzstand, dann verliert man durchaus mal den Blick für die anderen und den Stadtteil und seine Entwicklung. Was soll man sagen, fast, ja fast, wäre es den Meckerern gelungen, die Pläne zu torpedieren. Alles wurde wieder ungewiss: Würde das Unternehmen sich unter dem Druck der  "Bevölkerung" zurückziehen? Würde die Große Bergstraße endgültig vor die Hunde gehen (Verzeihung Emma)?

Doch dann geschah etwas Sonderbares: Noch während die Kritiker kritisierten, ging eine Hoffnung durch den Stadtteil. Kleine Läden trauten sich wieder in dieses Brachgelände.

Ein Bio-Supermarkt eröffnete seine Pforten.





Und irgendwie war plötzlich wohl vielen klar, dass dieses Projekt unter dem Aspekt des Machbaren das Beste ist, was diesem Stadtteil passieren konnte. Klar, es wäre schön, wenn die Große Bergstraße nur mit tollen individuellen Einzelhändlern hätte wiederbelebt werden können. Ganz ehrlich, ich glaube das wäre ein Traum geblieben. Ein schöner Traum, aber eben nur ein Traum. Ja, es gab dann noch Baulärm (das Frappant mußte ja weg) und es wird Autoverkehr geben! Aber schon heute sage ich - und zwar auch stellvertretend für alle Ömchen, die in Deinem Restaurant Kötteböller essen, und all die Kinder die in Deinem Smålland spielen werden und alle, die es genau wie ich, ökologisch nicht völlig in Ordnung finden, 20 Kilometer nach Schnelsen zu fahren, nur um eine Packung Fenomen zu kaufen:

WILLKOMMEN IKEA! Beweise, dass Du auch in der Stadt funktionierst, den Stadtteil, seine Anwohner und deren Bedürfnisse respektierst. Mach was draus.




Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf die Eröffnung am 30.06.14 und wenn du noch ein Klöffland (für die Hundebetreuung) einrichten könntest, wäre ich Dauergast...aber so komme ich auch in jedem Fall vorbei!

Aber weiter auf unserem Spaziergang: Wir gehen bis fast ans Ende des "Einkaufszentrums" und biegen links in die Schumacherstrasse ein. Dieser folgen wir, bis sie die Billrothstrasse kreuzt und dann biegen wir rechts in die Billrothstrasse ein. In dieser Strasse bin ich aufgewachsen und damals waren aus meiner Kindersicht die Bäume noch recht klein, dafür die Autos aber schon recht groß. Die "Hochhäuser" zur linken fand ich als Kind total hässlich, heute finde ich sie eigentlich recht hübsch mit ihren großen Balkonen und der der großen Wiese vor dem Haus. Wenn man die Billrothstrasse bis ans Ende geht, kommt man nach St. Pauli. Hier ein letzter Blick zurück in die Billrothstrasse:




Und dann nach vorn, Richtung St. Pauli:




Okay, zwar haben wir die "gefühlte" Grenze nach St. Pauli, die Holstenstrasse, noch nicht passiert, gleichwohl gehört diese Grünfläche schon mit zum Kiez.




Die weniger attraktive Holstenstrasse kann man praktischerweise mittels einer Brücke überqueren, die auch noch mit  einer Orientierungshilfe versehen ist:






Wir halten uns Richtung Schanzenviertel und Wohlers Park, werfen aber schon noch einen Blick die Holstenstrasse herunter, die von hier oben aus nicht lärmend, sondern bunt und interessant ist:



Und dann sind wir im Wohlers Park und können weiter Richtung Schanze spazieren. Und für alle, die sich fragen, warum Hamburg für Straßengrün und Grünflächen nur € 0,72/qm im Jahr ausgibt, deutet sich nun sicher eine Antwort an: Wir haben sehr, sehr viel davon:




In Hamburg ist es tatsächlich fast immer möglich, von Stadtteil zu Stadtteil durch Grünanlagen zu spazieren. An fast jeder Strasse stehen Bäume, viele sind durch einen Grünstreifen geteilt. Und wirklich, würde die Stadt für die Pflege all der Parks, Grünstreifen und Bäume mehr als € 0,72 ausgeben, bliebe für weitere Projekte kaum Geld über.

Hier noch zwei Hundekollegen, die wir auf dem Weg getroffen haben. Oder ein Hund und eine Flunder...?




Wir nähern uns auf unserem Spaziergang nun tatsächlich langsam dem Schanzenviertel.




Hier verlassen wir für eine kurz Zeit den städtischen Grünstreifen, um etwas bummeln oder eine Kleinigkeit essen zu können.




Und gerade hier, Beim Grünen Jäger (so heißt die Strasse),  bin ich auf die kleine Damenboutique von Monica Andria gestoßen, die ich vorher noch nicht kannte und die ich wohl auch gar nicht betreten hätte, wenn das Schaufenster nicht so hübsch dekoriert gewesen wäre.





Bei Monica Andria findet man Vintage-Design und Accessoires. Sie näht Modelle selbst, verkauft jedoch auch Vintage-Modelle.




Und so bin ich völlig unerwartet zu zwei Kostümen aus den fünfziger Jahren gekommen, von denen ich nie erwartet hätte, dass sie mir so gut gefallen. Ich konnte sie nicht hängen lassen! Damit sie die nächsten fünfzig Jahre etwas mehr Licht sehen als bisher, muss ich sie jetzt nur noch anziehen! Und ja, ich werde mich bemühen gut für sie zu sogen!

Nach diesem Erfolg sind wir dann die Schanzenstrasse hinaufspaziert und haben uns in der Bullerei von Tim Mälzer kurz gestärkt.



Danach hätten wir durch den Schanzenpark und Planten und Bloßen noch bis in die Hamburger Innenstadt weiter spazieren können. Weil wir aber recht spät zuhause losgegangen sind, war es dann doch spät geworden und deshalb sind wir am S-Bahnhof Schanzenstrasse in die S-Bahn gestiegen und zwei Stationen nach Altona zurückgefahren.




Nach einer langen, anstrengenden Woche und diesem ausgedehnten Spaziergang waren wir alle müde und erschöpft.


Euch ein schönes Wochenende

Doris


Donnerstag, 22. Mai 2014

Urban Jungles

Klappt es mit dem Urban Gardening haben wir bald einen Urban Jungle vor der Haustür. 

Oder, nein, der ist längst da. 

Geht mal durch die Stadt und schaut Euch um, jetzt, Ende Mai, bei tropisch feuchtwarmen 29°C. Verdammt viel Grün, verdammt viele Pflanzen und Blumen. 

Nicht nur draußen, auch drinnen, auf den Tischen und sogar auf dem stillen Örtchen meines Lieblings-Kaffe-Kuchen-Weißwein-auch-Emma-kriegt-aus-der Küche-ein-Leckerlie-Büdchens im Jenisch Park in Hamburg, dem Ralphs im Park oder auch in der Bullerei, dem Lokal von TV-Koch Tim Mälzer, der Bullerei.



 

 


Mit der Neuen (Kamera) auf der Schulter und noch öfter vor dem rechten Auge und mit meinem neuen "Baby", dem Blog, fällt mir immer mehr auf, wie unglaublich grün es um mich herum ist. 


Schön!

Schön auch die Idee von Igor und Judith eine grüne Ecke im Netz zu schaffen. 

Hi,

  

das Feld, Doris, Hund Emma und ich, wir sind dabei, mit dem HamburgerAllerlei (der Reim musste raus!) und werden unsere grüne Ecke in die Welt posten.

Kerstin

Mittwoch, 21. Mai 2014

Blick über´n Feldsaum

Heute werfe ich den ersten Blick über den Feldsaum, dem noch viele folgen sollen.

Wir - die Saisongärtner - sind nicht allein. Ganz im Gegenteil, es gibt sie überall auf der Welt, die Felder und Gärten in der Stadt und die Menschen, die die Stadt grüner und fruchtbarer machen und ihr eigenes Gemüse ziehen.

Was uns mit diesen Projekten verbindet, ist unser Gemüse und der Umstand, dass wir Städter sind, die keinen eigenen Garten haben, aber trotzdem erfahren wollen, wie das so ist mit der Landwirtschaft. Dass wir uns mit Fragen beschäftigen, die bisher in unserem Leben so gar keine Rolle gespielt haben. Themen wie Pflanzabstände, Unkraut jäten und die Erkenntnis, dass es verdammt lange dauert, bis aus dem ersten Keim eine richtige schöne rote Rübe wird. Auch wenn wir unseren Feld-Versuch nicht direkt in der Stadt durchführen, sondern auf einer schon immer landwirtschaftlich genutzten Fläche ein wenig außerhalb der Stadt, ist der Feld-Versuch für mich daher doch so etwas wie Urban Gardening. Der Feld-Versuch bringt zwar nicht die Natur in die Stadt, aber er bringt die Natur in mein städtisches Leben.




Dass ich damit wie schon so häufig unbewusst einem Trend folge, wurde mir am letzten Wochenende gleich zwei Mal bewusst. Unser Freund Andreas schickte mir einen Link zur FAZ vom 21. Mai 2014 und am Kiosk stieß ich auf das neuste Heft der Szene Hamburg mit dem Titel Hamburgs grüne Anlagen, Parks und Gartenkultur vom Barock bis zum Urban Gardening.
  
Neu ist der Trend zum Garten in der Stadt nicht. Das, was wir heute als Urban Gardening bezeichnen hat seinen Ursprung im New York der frühen 70. Jahre. Anfang der 70. Jahre befanden sich die USA in einer schweren Wirtschaftskrise. In New York City standen viele Häuser leer, verfielen oder wurden abgerissen. Es entstanden große innerstädtische Brachflächen, ungenutzt und verwildert. 1973 begannen die Aktivisten einer Non-Profit Organisation Green Guerillas die heute bei uns professionell vermarkteten "seed bombs" - Päckchen bestückt mit Dünger, Samen und Wasser -  über die Zäune auf die Brachflächen zu werfen, um die dem Verfall anheimgegeben innerstädtischen Flächen zu begrünen.

Gegründet wurden die Green Guerillas von Liz Christy. Christy lebte auf der Lower East Side von Manhattan. Sie verbrachte ein Jahr damit gemeinsam mit anderen Freiwilligen Brachflächen in der Mott Street und an der Ecke Bowery und Houston Street in der Lower East Side von Müll und Unrat zu befreien, Mutterboden aufzubringen, das Gelände einzuzäunen und dort mit dem Gärtnern zu beginnen. Im April 1974 verpachtete die Stadt New York die Flächen für eine Miete von $1 pro Monat an die Aktivisten, die dort den ersten Community Garden, den "Bowery Houston Community Farm and Garden", schufen. Sie legen 60 Gemüsebeete an und pflanzten Bäume. Das Projekt wurde ein großer Erfolg und die Green Guerillas begannen Workshops anzubieten, teilten das von ihnen gezogene Gemüse mit der Nachbarschaft und spendeten Pflanzen an andere innerstädtischen Gärten.

Die Green Guerillas schufen mit dem "Bowery Houston Community Farm and Garden" die Keimzelle, für die mehr als 600 Community Gardens die es heute in New York City gibt. 

Die Stadt New York bemerkte bald, dass es sich lohnte, die Pflege und den Erhalt städtischer Flächen seinen Bürgern zu überlassen und legte 1978 das Green Thumb Programm auf, das die diversen Projekte in der Stadt koordiniert und unterstützt. Flächen wurden für teilweise nur $ 1 pro Jahr an die Bürger vermietet und es entstanden so diverse Grünflächen in der ganzen Stadt, die zur positiven Entwicklung der Stadteile und von ganz New York wesentlich beitrugen.

Die Stadt behielt sich jedoch an allen Flächen das Recht vor, diese jederzeit auch für andere stadtplanerische Zwecke zu nutzen.

So kam es, wie es kommen musste. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung begann die Stadt New York in den 90igern die Grünflächen als Bauland an Investoren zu verkaufen. Der Kampf um die Community Gardens begann, und er war erfolgreich. 400 der 600 Community Gardens konnten gerettet und zum Teil sogar angekauft werden.

Heute ist Green Thumb das größte Urban Gardening Programm der USA. Es unterstützt über 600 Gärten mit fast 20.000 Gärtnern in der gesamten Stadt New York. Die Gärten haben zusammen eine Fläche von über 129.000 qm.

Den Verfall, den New York in den frühen 70. Jahren erlebte, erlebt Detroit heute, und wie in New York entstehen auch in Detroit Urban Gardening Projekte wie z.B. die Earthworks Urban Farm oder die Georgia Street Community

In Hamburg sind Community Gärten in auf einer Fläche wie in New York noch nicht vorstellbar. Aber auch bei uns vor der Haustür gibt interessante Projekte, zum Beispiel diese:

Das Gartendeck, ein temporärer, urbaner Garten in der Großen Freiheit, zwischen St.Pauli Druckerei und dem Indra.

Hof vorm Deich, ein Projekt in den Vier- und Marschlanden,

Die Keimzelle, im Hamburger Karolinenviertel auf dem Westende des Ölmühlenplatzes, lässt auf dem Areal der Alten Rindermarkthalle an der Feldstraße einen Gemüsegarten entstehen.

Die Kunstnomadin, ein Projekt von Kathrin Milan in Wilhelmsburg.

Ich habe mir vorgenommen, mir diese Projekte in den kommenden Wochen anzusehen und werde dann über meine Besuche berichten.

Aber nun mal schnell auf´s Feld.

Die Eisheiligen sind vorbei und wir haben die nächsten Pflänzchen auf das Feld gebracht.

Die auf dem Balkon vorgezogenen Tomaten haben ihren Platz eingenommen, zusammen mit zwei gekauften Tomatenpflanzen. Mal sehen, wer vom Ertrag her das Rennen macht. Hoffentlich werden die Pflänzchen größer als die Standhilfen die wir ihnen auf dem Feld gelassen haben, noch sind die Stäbe viel höher als die zarten Pflänzchen. Strengt euch an liebe Tomaten.


Anstrengen muss sich auch der Spinat. War er bisher der Star unter den Feld-Früchten, hat die zweite Maiwoche ihm gar nicht gut getan und er sieht kläglich aus. Viele Blätter sind gelb und haben deutliche Fressspuren, kleine runde Löcher. Das waren keine Hasen, das war was anderes, aber was? Einmal wieder haben wir darauf keine Antwort.

Ich muss zugeben, dass mich die Entwicklung der Feld-Früchte im Moment nicht gerade euphorisch stimmt. Was die Schnecken und Hasen nicht fressen, wächst nur zögerlich. Erwarte ich zu viel, bin ich zu ungeduldig? Ich habe immer die Bilder von unserem ersten Besuch auf dem Feld im Oktober 2013 vor Augen. Was waren die Parzellen grün und schön und voller Gemüse, sogar noch im Oktober! Ich kann mir gerade nicht vorstellen, dass unsere Feld-Früchte jemals so aussehen. Aber ich will nicht meckern, es gibt definitiv eine gute Nachricht. Der Kohlrabi hat es geschafft, bzw. er ist auf dem besten Wege der Besserung. Es zeigen sich wieder richtige Blätter, wo noch vor zwei Wochen nur einige schlappe Blättchen auf dem Feld lagen.


Schutz gegen die langohrigen Gourmets und die mit dem hübschen Häuschen auf dem Rücken ist wohl doch erforderlich, wollen wir irgendwann in der Feld-Küche unser eigenes Gemüse verarbeiten.

Wir haben es daher getan!

Wir haben Kaninchendraht gekauft und einen Gemüsezwinger aufgestellt. Gefallen tut mir das gar nicht. Ich wollte ein Feld, das eben nur ein Feld ist und kein Hochsicherheitstrakt. Aber ich will natürlich auch Gemüse und nicht die Feldhasen durchfüttern. Der Gemüsezwinger steht daher nun erst einmal und wir werden beobachten, ob die Hasen verstehen, dass das unser Kohlrabi, Brokkoli und Mangold ist. Leider reichte der Draht nicht aus, um auch den Spinat einzuzäunen. Nächstes Wochenende werden, wir den Zwinger daher noch erweitern.



Am kommenden Wochenende werden wir die selbst gezogenen Kürbispflanzen auf das Feld bringen und die Zucchini aussäen. Mit etwas Glück könne wir den ersten Salat ernten. Na das wäre was!

Apropos Salat! Hat denn ..... ? Ja sie hat, die

Feld-Küche hat geöffnet!

Es gibt eine vegetarische Vorspeise, die kleinen Bete Burger mit grünem Bohnenmus und einen Spinat-Spargel-Flan mit Lachs.


Bete Burger mit grünem Bohnenmus und Ziegenkäse

Was man braucht

Für die Bete Burger

4 kleine Rote Bete vorgekocht/vakuumiert oder roh
1 Dose weiße Bohnen
1/2 Bund Kräuter für Frankfurter grüne Soße (Pimpinelle, Kresse, Kerbel, Schnittlauch, Petersilie, Borretsch und Sauerampfer)
1 Zitrone
2 Knoblauchzehen
1 EL Olivenöl
Salz
Pfeffer
1 Prise Zucker 

Für das Dressing

1 El Olivenöl
Fruchtessig, ich verwende gern den Birnenessig mit Vanille von Popol
Salz
Pfeffer

Ziegenkäse als Topping

Wie man es macht 

Rote Bete im Ganzen kochen, schälen und in Scheiben schneiden. Verwendet man vorgekochte Rote Bete diese in Scheiben schneiden.

Für das Bohnenmus die weißen Bohnen abgießen und die Flüssigkeit auffangen. Knoblauchzehen grob hacken. Eine Hälfte der Zitrone auspressen.  

Kräuter waschen, Stile entfernen und die Kräuter etwa zerrupfen. In einen Mixer geben, gehakte Knoblauchzehen dazugeben und mit etwas von der aufgefangenen Bohnen-Flüssigkeit mixen. Wenn die Kräuter gut zerkleinert sind, die Bohnen und den Saft einer halben Zitrone dazugeben, mit den zerkleinerten Kräutern gut durchmixen bis ein cremiges Mus entsteht. Salzen und pfeffern und eventuell etwas Zucker dazugeben.
 
Auf einen Teller die Hälfte der geschnittenen Rote Bete auslegen. Bohnenmus auf die Scheiben geben. Je mit einer weiteren Scheibe Roter Bete bedecken und die Bete Burger mit etwas Ziegenkäse krönen. 
Für das Dressing die Zutaten verrühren und über die Bete Burger geben.






Und da der Frühling uns noch immer leckeren Spargel schenkt, serviert die Feldkücke einen 




Spinat-Spargel-Flan mit Lachs

Was man braucht

6-8 Stangen grünen Spargel
ca. 200 gr frischen Spinat
150 ml Milch
200 ml Sahne
2 Knoblauchzehen
4 Eier
Muskatnuss
2 schmale Lachsfilets ohne Haut
Salz 
Pfeffer

Wie man es macht

Beim Spargel etwa 1/3 vom unteren Ende des Spargels schälen und Enden abschneiden. Spargel in Stücke schneiden. In der Milch und der Sahne mit etwas Salz kochen. Aus der Milch-Sahne Mischung nehmen und etwas abkühlen lassen. 

Spinat gut waschen und Stile entfernen, wenn diese hart sind. Spinat in der Milch-Sahne Mischung kurs aufkochen, herausnehmen und abkühlen lassen.

Spargel und Spinat mit dem Knoblauch und der Milch-Sahne Mischung im Mixer pürieren. In eine Schüssel geben, Eier verrühren und unter die Mischung geben. Salzen und pfeffern. 

Den Lachs in Würfel schneiden, salzen und entweder in eine große Auflaufform oder in 6 bis 8 (je nach Größe der Formen) kleine feuerfeste Förmchen geben. Die Spargel-Spinat-Eiermasse darüber geben und im vorgeheizten Ofen (180°C Umluft) ca. 15 bis 20 Minuten backen. Backt man den Flan in einer großen Auflaufform sind es eher 20-25 Minute, in kleinen Förmchen eher 15 Minuten. 

Verwendet man kleine Förmchen, kann man den Flan nach dem Backen auf einen Teller stürzen. 




Lasst es Euch schmecken.

Bis nächste Woche!

Kerstin

Donnerstag, 15. Mai 2014

Das Allerlei

Weil es auf dem Feld diese Tage nun wirklich viel zu nass und schlammig ist, um von dort ausgiebig zu berichten und der Blog HamburgerAllerlei heißt, habe ich mir vorgenommen, ein paar schöne Hamburger Stadtspaziergänge vorzustellen.

Am Wochenende war Hafengeburtstag.

Außer dem Verkehrschaos haben wir davon nicht viel mitbekommen, aber am späten Sonntagnachmittag, wollte ich dann doch unbedingt noch einmal ein bisschen am Hafen spazieren gehen, die Elbe, die Schiffe und den Himmel anschauen. Der Vorteil an, sagen wir mal "durchwachsenem" Wetter ist, dass es häufig sehr spektakuläre Wolkenschauspiele zu beobachten gibt. Am Sonntag auch!






Der in der Dämmerung bunt leuchtende Containerhafen auf der anderen Seite der Elbe ist immer wieder spektakulär!







Hund Emma liebt die Düfte, die am Kopfsteinpflaster so hängen bleiben, wenn auch ich nicht immer die Düfte liebe, die an Emma so hängen bleiben. Im Donnerspark, der zur Elbe hinunterführt, gibt es so viele Kaninchen, dass auch der ruhigste Hund verrrückt wird und Emma ist nicht der ruhigste Hund. Unten seht ihr ein Foto von Hund Emma am Strand in Wittenbergen, wo es keine Kaninchen, sondern nur Enten gibt Für die Enten interessiert sich Hund Emma nicht,es sei denn, die Enten werden gerade gefüttert, dann muss Emma natürlich "ihr" Futter verteidigen.




 Aber zurück zum Hafenrand.



Das großartige an Hamburg - HH heißt ja "Heimliche Hauptstadt"- ist, dass sich, egal ob man die Stadt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto durchreist, immer wieder großartige neue Blickachsen ergeben. Und so wie die Hamburger Silhouette in der Innenstadt von Kirchtürmen geprägt ist, ist die des Hamburger Hafens von Kränen und Peinern gekennzeichnet.




Meine Oma hat, als ich noch klein war, direkt am Hamburger Fischmarkt, in der Carsten-Rehder-Strasse 60, gewohnt. Heute ist der Hamburger Schellfischposten dort  - sehr zur Freude meiner Mutter die das dortige Leben in einer von dort aus gesendeten Talkshow mit Ina Müller großer Begeisterung verfolgt  - wieder die belebte Kneipe, die sie während und auch nach dem 2. Weltkrieg war.  Dort konnte man - was ja nicht immer selbstverständlich war - auch damals schon als Frau hin gehen.




Für alle Nicht-Hamburger, die sich noch nicht auskennen und den Spaziergang "nachgehen" wollen, hier noch eine kleine Wegbeschreibung:

Man geht vom Altonaer Bahnhof zum Altonaer Balkon und von dort zur Elbe herunter, bis man am Wasser ist.

Auf dem Weg nach unten kann man sich anschauen, wie viel in Hamburg in den letzten Jahren neu gebaut worden ist. Zum Teil sind es sehr interessante Gebäude, die sich mal mehr mal weniger gut in die Umgebung einfügen. Auf jeden all ist das Zusammenspiel der zum Teil sehr alten Häuser mit der modernen Architektur interessant anzusehen.

Ist man am Wasser angelangt, geht man Richtung Landungsbrücken - wenn man die Elbe vor sich hat also nach links - bis zur Carsten-Rehder-Strasse. Von dort aus kann man entweder noch weiter gehen, bis zum Fischmarkt und zu den Landungsbrücken. Wer Lust hat kann sich dabei das Design-Center und das eine oder andere Einrichtungsgeschäft anschauen.

Oder man geht hier einfach die imposante Köhlbrandtreppe hinauf bis man auf die Palmaille kommt und geht zur S-Bahn-Station Königstrasse.  Die Köhlbrandtreppe wurde früher, bis in die 1960er Jahre, täglich von tausenden Arbeitern auf ihrem Weg zwischen den eng bebauten Wohnquartieren in der Oberstadt und dem Fähranleger bzw. den Hafen- und Gewerbebetrieben am Elbufer genutzt. Die Treppe stehe heute unter Denkmalschutz.

Schiffe haben wir gestern dann leider nicht mehr so viele gesehen, aber was soll´s. Dafür waren es besonders schöne, und die normalen Schiffe fahren hier ja jeden Tag.





Doris

Montag, 12. Mai 2014

Kaffee und Bohnen

Es gibt etwas zu berichten über Kaffee und Bohnen, über Mangold, Käsesahnetorte und Rote Bete Tarte.

Den Kaffee gab es gestern bei meiner Mama zum Muttertag. Der Kaffee kam in Begleitung einer Käsesahnetorte, die Ihr kennenlernen müsst.

Wir öffnen daher später noch die Feld-Küche, um diese - wie ich finde - Beste aller Käsesahnetorten für die Süßen und eine leckere Rote-Bete-Tarte für die vorzustellen, die es lieber deftig mögen. Dazu wie immer mehr am Ende des Posts.

Zunächst aber ab auf´s Feld! 


Wie Doris gestern schon gepostet hat, haben wir den Feld-Besuch am Samstag spontan auf Sonntag verschoben. Das war uns für einen Samstag zu viel schnelle Luft von allen Seiten und zu viel Wasser von oben.

Gestern musste es dann aber sein. Das Feld freute sich schon auf die Ankunft der Bohnen und des Mangolds und wir wollten es nicht enttäuschen.

Bohnenkerne und Mangoldsamen hatten die Nacht im Kamillentee verbracht und wollten raus. Laut Aufdruck auf den Samentütchen soll man sowohl die Bohnen als auch den Mangold vor der Aussaat in dieser Weise vorbereiten. Wenn´s hilft, machen wir das natürlich so.

 




Die Bohnen haben wir in zwei Reihen auf dem Feld ausgesetzt. Der Mangold darf es sich daneben in einer und einer halben Reihe gemütlich machen. Ich hoffe, beide haben es gern feucht. Das Feld ist dank des ausgiebigen Regens gut nass. Tritt man einmal etwas fester auf den Boden, sackt man dort, wo der Boden für die Aussaat gelockert ist, fast bis zum Knöchel ein und kann bewundern, wie um den Fuß herum langsam das Wasser aus dem Boden aufsteigt. Jetzt glaube auch ich, dass man wirklich nicht gießen muss.

Nicht angegossen haben wir daher den Fenchel, dem wir mit einer zweiten Aussaat noch einmal eine Chance bieten. Von der ersten Aussaat ist leider nichts aufgegangen.

Apropos erste Aussaat und nicht aufgehen. Hatte ich nicht mehrfach geschrieben, die erste Aussaat der Pastinaken sei nicht aufgegangen? Das war ein Irrtum. Sie ist aufgegangen! Eine Woche nach der Aussaat Anfang März war der zur Markierung der Pastinakensaat aufgestellt Eisstiel verschwunden und damit für uns auch jeglicher Hinweis darauf, wo auf dem damals noch einheitlich grauen Feld wohl Pastinaken wachsen würden. Die netten grünen Blätter, die neben dem Spinat wachsen, hielten wir daher bis gestern stets für eine der Salatsorten. Nun, was soll ich sagen, so langsam wird das Blattgrün größer und es beschleicht uns der begründete Verdacht, dass da kein Salat, sondern die verschwundenen Pastinaken wachsen. Direkt daneben keimt in trauter Eintracht die zweite Aussaat. An Pastinaken wird es uns wohl nicht mangeln.

Die Feld-Früchte, die schon länger auf dem Feld sind, haben sich eingelebt. Die Kartoffeln wachsen gut. Der Spinat, die roten Rüben, die Möhren und der Eissalat sind weder den Schnecken, den Kaninchen noch anderen Gourmets zum Opfer gefallen. Der Sellerie ist zwar angeknabbert, hält aber wacker dagegen, was auch für die Kürbispflanze gilt. Der Kohlrabi hat wieder deutlich sichtbare Blätter. An den Erdbeerpflanzen sind vier winzig kleine Erdbeeren zu sehen und die Kräuter werden stetig kräftiger. Nur der Brokkoli leidet still vor sich hin und der Mangold, den Doris am 03. Mai 2014 als Jungpflanze gesetzt hat, hat offensichtlich geschmeckt.




Das war die Feld-Post.

Nach getaner Arbeit hat man Hunger daher mal schauen, ob ...., ja sie hat:

Die Feld-Küche hat geöffnet!

Solange ich denken kann, gab es bei meinen Eltern zu jeder Familienfeier mit Kaffee und Kuchen Käsesahnetorte mit Mandarinen. Ohne diese Torte keine Feier, keine Feier ohne diese Torte. Wer der oder besser die Erste in der Familie war, die diesen All-Time-Favorite das erste Mal gebacken hat, ist heftigst umstritten. Ich glaube, es war meine Tante Bruni! Sorry Mama, ich meine das war so! Wichtig ist ja auch nur, dass meine Mama sie zu jedem, wirklich jedem meiner Geburtstage und zu allen anderen Familienfeiern gebacken hat.

Da meine Mama mit ihren 82 Jahren nun so langsam keine Lust mehr auf das Backen hat, habe ich vor ein paar Jahren die ehrenvolle Aufgabe übernommen, Familie und Freunde mit der Käsesahnetorte zu versorgen. Fragt man Doris, welchen Kuchen sie sich zu ihrem Geburtstag wünscht, ist die Antwort? Richtig. Ochhh, gern die Käsesahnetorte.

Eine weitere Familientradition ist es, dass ungefähr fünf Minuten nachdem das lezte Tortenstück verputzt ist, jemand bemerkt, dass man nun doch auch sehr gut etwas Herbes essen könne. Die vorbereiteten Käsewürfel finden dann sehr schnell den Weg auf den Tisch, dann passt wieder Kuchen und dann könnte man schon wieder ..... .

Da Ihr sicher wisst, wie man Käse in Würfel schneidet und eine deftige Tarte aus karamellisierter roter Bete mit Ziegenkäse viel schöner aussieht, als ein Teller mit Käsewürfel, kommt neben der Käsesahnetorte mit Mandarinen heute auch eine Rote-Bete-Tarte aus der Feld-Küche. 


Käsesahnetorte mit Mandarinen

Was man braucht 

Für die Böden

175 gr. Butter
175 gr. Weizenmehl Typ 505 
50 gr. Puderzucker
1 Päckchen Vanillezucker
2 Eigelb
1 TL Backpulver
1 Prise Salz

Für die Füllung

250 gr. Speisequark (Fettstufe nach Wunsch, es schmeckt mit allen)
2 Dosen Mandarinen
1 Zitrone
2 Eiweiß
1 Tüte gemahlene Gelatine oder 6 Blatt Gelatine
200 gr. Schlagsahne
50 gr. Puderzucker

Wie man es macht

Mandarinen aus der Dose gut, am Besten über Nacht, abtropfen lassen. Den Saft auffangen.Einige Mandarinen für die Dekoration zur Seite stellen.

Eier trennen. Eiweiß beiseite stellen, es wird für die Füllung benötigt.
Eigelb mit Butter und Zucker und Vanillezucker verrühren bis die Masse weißlich ist. Mehl mit dem Backpulver und einer Prise Salz mischen und zur Eimasse geben. Zu einem geschmeidigen Teig verrühren. 

Ofen auf 200 °C (Umluft 180°C) vorheizen

Boden einer Springform (Durchmesser 24 cm) mit Backpapier auslegen und Springform schließen. 

Die Hälfte des Teigs auf dem Boden verteilen. Den rohen Teig vorsichtig so einritzen, als würdet Ihr ihn in Tortenstücke aufschneiden wollen. Das erleichtert das Schneiden nach dem Backen ungemein. 

Den Boden im vorgeheizten Ofen ca 10-12 Minuten goldbraun backen. Aus dem Ofen nehmen und sofort in Tortenstücke schneiden. Diese Tortenstücke auf ein Bachpapier legen. 

Den zweiten Boden aus der zweiten Hälfte des Teigs backen aber nicht aufschneiden, sondern auf dem Boden der Springform auskühlen lassen. 

In der Zwischenzeit für die Füllung die Zitrone auspressen.  

Den Quark mit dem Zucker, einem guten Schuss vom aufgefangenen Mandarinensaft und dem Saft der Zitrone verrühren. Die Mandarinen darunter heben. 

Eiweiß steif schlagen. Sahne steif schlagen. 

Gelatine nach der Packungsanweisung mir etwas vom Mandarinensaft auflösen und unter die Quarkmasse geben. Geschlagene Sahne und den Eischnee unterheben. 

Den Rand der Springform mit Frischhaltefolie auslegen und wieder um den zweiten Boden schließen. Quarkmasse einfüllen und die aus dem ersten Boden geschnitten Tortenstücke auf der Quarkmasse als Decke verteilen. Torte für mehrere Stunden kaltstellen, am Besten über Nacht.

Springformrand lösen. Torte mit Puderzucker bestreuen und die restlichen Mandarinen als Deko auf den Tortenstücken verteilen. 




Bis zum Servieren kaltstellen und danach aufpassen, dass man was abkriegt.

Und wenn dann einer der Gäste nach dem letzten Stück anmerkt, nun würd doch sehr gut etwas Herbes passen, dann serviert Ihr

 

 Rote-Bete-Tarte mit Ziegenkäse

Was man braucht

Für den Mürbeteigboden

200 gr. Weizenmehl
1 Prise Salz
100 gr. kalte Butter in kleine Stücke geschnitten
1 Eigelb
ca. 80 -100 ml sehr kaltes Leitungswasser
 
Für die Füllung

4 mittlere rote Beten roh 
(vorgekochte vakuumierte wenn es schneller gehen soll, schmecken auch sehr gut) 

2 große rote Zwiebeln
etwas Butter, ca 50 gr.
2 Tl Puderzucker 
4 TL El Balsamicoessig
1 Becher Schmand
100 gr. Ziegenfrischkäse
1 Ei
1 Zehe Knoblauch
Salz
Pfeffer

Ei trennen. Eigelb aufbewahren. Das Eiweiß braucht ihr für die Tarte nicht. 

Das Mehl und die Butterstückchen in einer Schüssel mit den Händen vermischen, bis sich beides zu Streuseln verbunden hat. Schnell arbeiten ist wichtig. Das Eigelb, das Salz und kaltes Wasser dazugeben. Immer mit wenig Wasser beginnen und wenn der Teig zu trocken ist, Wasser nachgeben, sonst wird der Teig schlickig. Alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Wieder schnell arbeiten und nicht lange kneten, sonst wird der Teig hart. 

Teig zur Kugel formen, in Frischhaltefolie einwickeln und für mind. eine halbe Stunde in den Kühlschrank legen.

Die Füllung zubereiten. Dafür die roten Beten im Ganzen kochen. Das dauert lange, ca eine 3/4 bis 1 Stunde. Daher nehme ich gerne die vorgekochte, vakuumierte rote Bete. Für die Tarte ist die ganz genau so gut wie die frische und noch habe ich ja keine frische vom Feld. Dann wird das natürlich anders. 

Nehmt Ihr die frischen roten Beten, diese nach dem Kochen schälen. Rote Bete in Scheiben schneiden. 


In einer Pfanne die Hälfte der Butter schmelzen lassen und 1 TL Puderzucker dazugeben und den Puderzucker in der Butter auflösen. Die rote Beete dazugeben durchschwenken und 2 TL Balsamicoessig über die rote Beete geben. Nochmals durchschwenken. Salzen und pfeffern. Aus der Pfanne nehmen abkühlen lassen.

Zwiebel schälen und in Ringe schneiden. Den Rest der Butter in der Pfanne schmelzen lassen. Zwiebeln anbraten. Den zweiten TL Puderzucker über die Zwiebelringe geben, durchschwenken, 2 TL Balsamicoessig darübergeben, nochmals durchschwenken. Salzen und pfeffern. Aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen. 

Wer es eilig hat, lässt rote Bete und Zwiebeln zusammen karamellisieren. Geht auch sehr gut. Dann erst die Zwiebeln anbraten, rote Bete kurz ebenfalls anbraten und dann karamellisieren.

Den Schmand mit dem Ziegenfrischkäse, dem Ei dem Knoblauch (gehackt oder gepresst, ich merke da keinen Unterschied) verrühren. Salzen und pfeffern. 

Ofen auf 200°C (Umluft 180°C) vorheizen.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und dünn ausrollen. In eine gebutterte Tarteform, Durchmesser 24 bis 26 cm und am Besten mit einem Boden zum Herausnehmen geben. Je nach Größe der Form reicht der Teig eventuell für eine zweite Tarte. Müsste Ihr ausprobieren.Wenn Teig übrig ist, einfrieren. Man kann ihn für ca. 1 Monat im Tiefkühler aufbewahren und bei Bedarf auftauen und verwenden.

Mit einer kleinen Gabel einstechen. Backpapier auflegen und mit getrockneten Erbsen, Bohnen oder Linsen beschweren. Für 10-15 Minuten so im Ofen blind backen. Form aus dem Ofen nehmen. Hülsenfrüchte und Backpapier entfernen. 

Rote Bete und Zwiebeln auf dem Boden verteilen, Schmandmischung darübergeben. Für ca. 30 Minuten im Ofen backen, bis die Tarte Farbe angenommen hat, aber nicht zu dunkel ist. 

 

Aus dem Ofen nehmen, aufessen, zufrieden den Bauch streicheln.

Kerstin