Sonntag, 22. Juni 2014

Ein Versuch

Es ist Sonntag, die Sonne scheint, Hund Emma schläft gemütlich auf den Felsen, im Haus warten gekühlter Rose und feines Essen, ich kann die Taste für den Accent auf dem e nicht finden, den Rose gibt es später mit etwas Pampelmusensaft und das Leben ist einfach schön. Gibt es einen besseren Zeitpunkt um die Blogger App zu testen? Gibt es nicht! Grüße vom Felsen und noch einmal nicht vom Feld. Die Fel(d)sen-Damen und Hund Emma.




Samstag, 21. Juni 2014

Weniger Meer


Die große Hitze der ersten Woche endete mit einem großen Knall. Am vergangenen Samstag gab ein prächtiges Gewitter, dass einige nicht ganz so sonnige und heiße Tage einläutete.

Schon gegen Mittag zogen die ersten dicken Gewitterwolken auf und kündigten an, was da noch kommen sollte. Ein schöner Grund, einmal nicht an den Strand zu fahren, sondern das schöne Hinterland zu erkunden und den Orten Gassin, Ramatuelle und den Moulins de Paillas unsere Aufwartung zu machen. 

Nur 10 Minuten Autofahrt von La Croix Valmer entfernt liegt Gassin auf einem der vielen dicht bewaldeten Hügel. Von der Vereinigung Les Plus Beaux Villages de France wurde Gassin zu einem der schönsten Dörfer Frankreichs erklärt.  Ob es nun wirklich zu den schönsten Dörfern gehört kann ich nicht beurteilen. 

Was auffällt ist, dass sich Gassin wie viele der Dörfer in der Umgebung aus zwei Teilen zusammensetzt. Dem nüchtern modernen Teil mit den Einrichtungen des öffentlichen Lebens, wie Schule, Ärztehaus, Supermarkt etc. und dem alten Ortskern. Der alte Teil von Gassin ist wirklich nett anzuschauen. Schmale Gassen, schmucke alte Häuser und vor allen Dingen ein spektakulärer Blick über Weinberge, Wälder und den Golf von Saint-Tropez bis zu den Îles d'Hyères, dem Massif des Maures und, wenn nicht gerade Gewitterwolken die Sicht einschränken, sogar bis zu den schneebedeckten Gipfeln der französischen Alpes Maritimes. Mit den ersten dicken Regentropfen kamen wir in Gassin an und begleitet vom Donnergrollen sind wir durch den Ort geschlendert. 







Nach einer Stunde hat man aber wirklich alles gesehen und kann sich entweder in einem der vielen Restaurants mit Ausblick stärken oder sich getrost auf den Weg nach Ramatuelle machen. Gassin ist schön, nur irgendwie auch ein wenig langweilig, da es außer der Kirche nichts zu besichtigen gibt. Den botanischen Garten haben wir trotz der vielen Hinweise nicht gefunden.  





Anders als in Ramatuelle gibt es bis auf einen Andenken und Postkaren vertreibenden Kitschkiosk auch keine Läden die zum Stöbern einladen und wenn ich mir unsere Shopping-Ausbeute der letzten Wochen so anschaue, ist das für uns wohl doch nicht ganz unwichtig. 

Nach einer gewittrigen Zwangspause im Auto auf dem Parkplatz von Gassin machten wir uns daher auf den Weg nach Ramatuelle.

Von Gassin aus führt eine Straße über die Hügel nach Ramatuelle, vorbei an den Moulin de Paillas, die nach ihrem letzten Müller, Jean Baptiste Paillas, benannt wurden. Schon allein wegen der wunderschönen Ausblicke auf die Landschaft lohnt die Fahrt, aber auch ein Halt an den Moulin de Paillas ist durchaus zu empfehlen, denn von hier oben liegt einem wieder die ganze Halbinsel von Saint-Tropez zu Füßen und die Mühle ist nett anzusehen. Apropos Füße. Ein Blick auf selbige führte dazu, dass wir sehr schnell wieder ins Auto gestiegen sind. Der Boden war von nicht so schön anzusehenden Krabbeltieren unbekannter Art übersät. Wer fand die toll? Hund Emma fand die Burschen toll. Wir eher nicht so. Wie sagt Doris dann immer so treffend: Zuviel Wildnis.





Kurz noch zu den Mühlen.

In den Moulin de Paillas,  die zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert errichtet und betrieben wurden, wurde früher Weizen gemahlen. Neben den Moulin de Paillas gibt es in der Umgebung noch die Mühlen von Pampelonne. Heute sind alle Mühlen bis auf eine der Moulin de Paillas verfallen. Diese Moulin de Paillas wurde 2002 wieder aufgebaut und restauriert und soll auch wieder funktionstüchtig sein, was wir mangels Weizen und Zutritt zur Mühle aber nicht bestätigen können. 

Das Ziel der Krabbeltier-Route war nach kurzer Fahrt erreicht: Ramatuelle, mein Favorit unter den Dörfern der Umgebung. 

Der Name des Dorfes soll aus der Zeit der Besetzung durch die Sarazenen, einem arabischen Volksstamm, stammen. Rahmatu’llah bedeutet auf Arabisch so etwas wie göttliche Gemeinde.

Recht hatten sie, die Sarazenen. Wunderschöne mittelalterliche Gassen, viel einladendere Restaurants als in Gassin, nette kleine Läden in denen es nicht nur kitschige zirpende Steingut-Grillen, sondern schöne Dinge gibt, u.a. den Wein vom Weingut La Tourraque, köstlich. Auch fällt in Ramatuelle die Teilung zwischen neuem Ortsteil und historischem Ortskern nicht so sehr auf, sondern der gesamte Ort wirkt wie eine lebendige Einheit. Donnerstags und Sonntags ist Markt, der jetzt im Juni noch nicht überlaufen ist und auf dem ich natürlich wieder nicht widerstehen konnte und den dritten Bikini der Marke BLU und ein weiteres Paar Sandalen am Stand von Les belle Sandales kaufen musste.






Ach ja und auch für die Feld-Damen gab es was zu sehen. Urban Gardening a la Ramatuelle 






und ein Treffen der wohl schönsten Vogelscheuchen Frankreichs!



So verändert das Feld die Wahrnehmung!

Und da der Mensch ja auch was essen muss, öffnen wir mal geschwind die Feld-Küche.
Inspiriert von einem Rezept aus der Côté Sud und den Coco Rouge Bohnen, die mich auf dem Markt anlachten, gibt es Bohnen-Hühnchen-Tajine





Bohnen-Hühnchen-Tajine 

Was man braucht

Für zwei Personen

500 gr Erbsen frisch
500 gr Coco Rouge Bohnen frisch
300 gr Kenia Bohnen
1 Zitrone
1 große Zwiebel
1/2 Bund Koriander
1/2 Bund Petersilie
1 Knoblauchzehe
Piment Espelette oder scharfes Paprikapulver
300 gr Hähnchenbrustfilet
1/2 altbackenes Brötchen
1 Becher Milch
1 Ei
Olivenöl
Wasser

Wie man es macht

Das Brötchen in der Milch einweichen.

Das Hähnchenbrustfilet in kleine Stücke schneiden und entweder mit dem Fleischwolf  oder in der Küchenmaschine zu Hackfleisch verarbeiten. 

Koriander und Petersilie fein hacken. Zitronen waschen und von ca. 1/4 die Schale fein abreiben, die Zitrone in Spalten schneiden. Zwiebel schälen und fein hacken.


Brötchen aus der Milch nehmen und gut ausdrücken. 

Fleisch mit dem Brötchen, dem Ei, der Zitronenschale, dem Koriander, der Petersilie, Salz, Pfeffer und der Hälfte der Zwiebel gut vermischen und aus der Masse kleine Hackklöße formen. Kühl stellen.

Bohnen und Erbsen auspaalen, Keniabohnen putzen. Knoblauch hacken. Zwiebeln in einer tiefen Pfanne in Olivenöl anbraten, den Knoblauch, die Bohnen und die Erbsen dazugeben und ebenfalls kurz anbraten. Einen Becher Wasser dazugeben, Deckel auf die Pfanne legen und das Gemüse für 15 Minuten dünsten. Mit Piment Espelette, Salz und Pfeffer abschmecken. 









Gemüse in eine Auflaufform geben. Die Hackbällchen auf das Gemüse legen, Zitronenspalten dazugeben und im Ofen bei 180°C für ca. 20 Minuten backen bis die Hackbällchen gar sind. Wenn das Gemüse oder die Hackbällchen (wie bei mir) zu dunkel werden, Alufolie über die Auflaufform legen.

Mit einem Glas gut gekühlten Rosé und Baguette genießen und nicht traurig sein, dass die schönen Coco Rouge nach dem Kochen wie simple weiße Bohnen aussehen, sie schmecken sehr lecker. 






A bientôt 


Kerstin

Freitag, 20. Juni 2014

Mehr Meer!


Gestern habe ich in einer kleinen Brasserie in Grimaud einen Nizzasalat gegessen und was sehe ich auf meinem Teller? Zuckerschoten! Da überkam mich fast ein bisschen Wehmut, denn die Zuckerschoten waren das letzte was auf dem Feld reif war und ich konnte nur noch drei ernten und essen. 





Was wird aus dem Rest geworden sein?

Aber es sind Ferien und da ist für Wehmut nicht viel Raum! Hier ein kurzer Bericht und ein paar Fotos vom Dienstag gegangener Woche mit meinem derzeit liebsten Sommerdrink.

Wir hatten uns vormittags auf den Weg nach St. Tropez gemacht, weil dort Dienstags Markt ist. Dabei hatten wir völlig vergessen, wie voll die Straßen Richtung St. Tropez vormittags fast immer sind und so haben wir lange Zeit im Stau verbracht. Den Markt haben wir deshalb erst sehr spät erreicht, sind dann aber entschädigt worden. Denn neben Gemüse  - hier etwas „Spezialgemüse“ - 




gibt es hier vor allem hübsche Stände mit Kunsthandwerk und anderen Kleinigkeiten: 





Ganz Mutige können sich hier sogar eine völlig neue Frisur kaufen!





Aber auch einen Stand mit den tollen Produkten der Firma Popol haben wir entdeckt und gleichen einen Aprikosen-Essig mitgenommen.    




Es war in der vergangenen Woche sehr heiß und so gab es nach dem Besuch auf dem Markt eigentlich kaum eine andere Möglichkeit, als (wieder einmal) an den Strand zu fahren. Hurra!

Strandbesuche sind ja vor allem deshalb so entspannend, weil man am Strand eigentlich nichts tun kann. Zum Lesen ist es objektiv zu hell, Handarbeiten werden nur sandig und so bleibt eigentlich nur noch herumliegen und sich umzuschauen. Wenn man normalerweise viel arbeitet und im Urlaub dann noch etwas „nachläuft“ ist das schon eine ganz schöne Aufgabe! Gott sei Dank bietet der Stand in Südfrankreich dem Auge viel. Wir waren diesmal nach Pampelonne gefahren, das ist der Strand, dem der gleiche Ruf vorauseilt wie der gesamten schönen Insel Sylt, nämlich, dass er der Strand der „Reichen und Schönen“ sei. Klar, sonst wären wir ja nicht hier! Der Strand besticht durch feinen Sand (in diesem Jahr allerdings zu Hund Emmas großer Freude auch durch ziemlich viele Algen).





Und auf dem Wasser ist sehr viel los! Es ist ein bißchen wie in Falkenstein, wo man ja auch stundenlang Schiffe beobachten kann, nur dass die Schiffe hier eher Boote oder, naja, um korrekt zu sein, eher Yachten sind.  





Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, was eigentlich an Yachten interessant sein könnte. Aber der Punkt ist natürlich dass man mit ihnen in eine hübsche Bucht fahren, dort schwimmen gehen und sich anschließend auf dem Sonnendeck sonnen kann. Kein Streit um Liegen, kein Sand, alles wunderbar, allerdings offen gesagt auch ein ganz schöner Aufriss für ein bisschen Sonnenbaden. Toll natürlich für uns, die wir das Treiben auf dem Wasser vom Strand aus beobachten. Wer denkt, dass es in Ottensen mit Parkplätzen etwas knapp sei, sollte sich einmal die Bucht von Pompelonne an einem schönen Sommertag anschauen!




Aber nicht nur Boote sind unterwegs, nein, manchmal kommt sogar ein Hubschrauber - und ich spreche nicht von Rettungseinsätzen.






In dem relativ ruhigen Wasser planschen alle, denen es am Strand grad zu heiß geworden ist und betrachten dabei die Yachten, die Hubschrauber, die Fische und den Strand. 






Der konkurrenzlose Star aber ist das glitzernde Meer.





Vom Strand aus schaut auch Hund Emma mal hierhin…




mal dorthin 






und passt vor allem auf, dass sich kein anderer Hund ihrem schattigen Plätzchen auf zehn Meter nähert. 

Andere Hunde jagen dagegen sogar Fische!




In der Ferne über den Bergen dräut die eine oder andere Gewitterwolke, aber das geht uns nichts an!





Und wenn man nach einem langen Tag in der heißen Sonne nachhause kommt, ist es schön, wenn im Kühlschrank ein vorbereitetes kaltes Getränk steht. Hier mein Lieblingsgetränk für wirklich heiße Sommertage:




Zitronen-Ingwer-Drink

Was man braucht

1 große Flasche stilles Mineralwasser
1 Zitrone
etwas Ingwer

Wie man es macht

Von der Flasche Mineralwasser ein Glas abnehmen (und sofort trinken).


Die Zitrone auspressen, den Ingwer so fein reiben oder häckseln, wie es geht. 

Zitronensaft und Ingwer in die Flasche Wasser geben. In den Kühlschrank stellen, gut durchkühlen lassen und auf Eis genießen. 







Doris













Samstag, 14. Juni 2014

Wieder da

Da sind wir wieder.

Es gibt Dinge, die gehen nicht zusammen:Vorbereitung auf den Urlaub, eine dicke Erkältung und einen Post schreiben. All diese Dinge kamen in den letzten Wochen zusammen. Aber nun ist alles gut. Wir sind im Urlaub, die Erkältung ist ausgestanden, ich sitze an der Cote d´Azur im Garten unseres Ferienhauses, trinke ein Glas gut gekühlten Rosé und schreibe endlich wieder etwas für den Blog.

Was gibt es Neues vom Feld. Die erste Ernte!

Da aus der ersten Aussaat der Pflücksalats nur einige rote Blättchen hervorgegangen sind, haben wir diese  noch vor unserem Urlaub gepflückt und dann nachgesät. Zum roten Pflücksalat haben wir noch einige Blättchen vom Spinat und vom Salat mit den gewellten Blättern geerntet. Tolles Gefühl, ich bin echt stolz auf uns.





Die  letzten Wochen waren insgesamt erfolgreiche Wochen für den Feld-Versuch. Dank des warmen Wetters sind die Feldfrüchte gut gewachsen.

Der zum zweiten Mal ausgesäte Fenchel zeigt sich, das Basilikum lugt aus dem Boden, der Mangold und die Bohnen lassen mit ersten zarten Blättchen grüßen. Die Kartoffeln sind eine Pracht, die Erbsen blühen und auch der Spinat hat sich wieder berappelt. Der Kohlrabi hat ordentlich zugelegt und sieht wieder aus wie Kohlrabi. Nur vom Brokkoli ist nur eine Pflanze wieder auf dem Weg der Besserung. Eigentlich mag ich auch gar keinen Brokkoli, habe ich mir zwischenzeitlich überlegt.  





Vor das Vergnügen des Erntens hat der liebe Gott jedoch die Feldarbeit gestellt. Auch dem Unkraut hatte das warme Wetter gut getan, sehr gut sogar, und das musste weg, wir haben die Kartoffeln angehäufelt und fleißig gepflanzt und ausgesät. Die Möhren sind zum zweiten Mal auf Feld gekommen, die Rondinis haben am Feldsaum Platz genommen und zwei weitere kleine Tomatenpflanzen stehen nun auf dem Feld.

Das Feld sieht jetzt schon richtig schön aus und es macht Spaß zu sehen, wie aus den kleinen schrumpeligen Kernen und dem Saatgut Pflanzen werden, die man sogar essen kann.




Ich bin sehr gespannt, wie das Feld nach unsere Urlaub aussieht. Ein wenig habe ich ein schlechtes Gewissen, dass wir das Feld drei lange Wochen nicht beackern. Aber wirklich nur ein wenig, denn es ist soooo schön hier.

Wir sind zum zweiten Mal auf der Halbinsel von Saint-Tropez, in La Croix Valmer, einem kleineren Ferienort am Meer mit wunderschönen Stränden, grünem Hinterland,  einem super schönen Küstenwanderweg, ganz viel Sonne und im Moment auch ganz viel Hitze, sprich weit über 30°C. Den Vormittag verbringen wir auf der Terrasse mit Café und viel Muße.




Frauchen auf der Bank:




Hund Emma gern direkt darunter:




Danach geht es an den Strand,





und dann zum Bummeln auf den Markt oder in einen der netten Orte der Umgebung: Gestern nach Saint-Tropez:






Und den Abend verbringen wir wieder mit Wein und gutem Essen auf der Terrasse. Einfach nur schön!

Ich hätte schon viel früher etwas gepostet, hätten wir nicht sowohl das Kabel für Kamera, als auch den Card Reader in Hamburg vergessen.

Die Fotos schlummerten daher bis heute auf der Flash Card und konnten nicht auf den PC.

Dank eines großen Versandhandels ist es mir nun aber gelungen, einen neuen Card Reader zu bestellen.

Nachdem uns aufgefallen war, dass wir nichts aber auch gar nichts dabei haben, um die Fotos zu überspielen, habe ich den Card Reader im Internet bestellt und war ganz stolz auf mich, dass ich die Bestellung auf der französischen Seite von Amazon mit der hiesigen Adresse so schnell absenden konnte. Doris Frage, ob wir denn einen Briefkastenschlüssel haben, musste ich dann leider verneinen.

Blöd, wie nun an den Umschlag mit dem Card Reader kommen? Aber 5 Jahre Schulfranzösisch waren nicht umsonst und ein Post-It- Klebe-Zettel lag in der Schublade im Wohnzimmer. Unsere Bitte an den Postboten, die Sendung an mich einfach über die Mauer zu werfen, wurde erhört. Heute gegen 10.00 Uhr flog das Amazon Päckchen über die Mauer und landete im Garten.




Da sind wir also wieder, mit den ersten Bildern und dem Vorsatz, in den kommenden zwei Wochen Schönes und Interessantes aus Frankreich in die Welt zu posten.

Kerstin