Donnerstag, 24. Juli 2014

Wasser marsch oder “watering your plants - how do you take care of your greens?”

Es ist eine Gewissensfrage:

Gießen oder nicht gießen?

Es ist heiß, es ist sonnig. Jedes Mal, wenn wir auf dem Feld sind, stellen wir uns die Frage, ob wir nicht vielleicht doch mal die Feld-Früchte wässern sollten.

Letzten Sonntag haben wir die Frage mit "Ja" beantwortet.

Da wir die letzten Erbsen und eine weitere Reihe Kartoffeln abgeerntet haben, hatten wir auf einmal sehr viel Platz, um in eine weitere Aussaat-Runde zu gehen.


Da die Aussaat angegossen werden musste, haben wir natürlich auch den Rest gegossen. Am Dienstag sind wir dann wieder auf das Fel gefahren und haben erneut die Aussaat und die restlichen Feld-Früchte gegossen. Ob es einen Unterschied macht, werden wir wahrscheinlich nie erfahren.

Dass das Wässern des Feldes ganz wunderbar zu Juli Aktion der Urban Jungle Bloggers passt, habe ich erst im Nachhinein bemerkt. 




Das ist das Juli Thema von Igors und Judiths Urban Jungle Bloggers.

Wie gießen wir unsere Pflanzen?

Auf dem Feld wird natürlich mit einer praktischen grünen fast schon antiken Plastikkanne gegossen!



Und auf dem Balkon?

Die Balkonpflanzen sind Stadtpflanzen, Großstadtpflanzen mit Stil und Anspruch. Eine schnöde Plastikkanne? Zum Gießen? Ich bitte Euch! Nein, die Schönheiten bekommen ihr Wasser natürlich aus einer französischen Weinflasche! Immer ! ;-) 

Voilà



 
Viel Spaß beim Gießen wünsche ich allen 




Kerstin

Sonntag, 20. Juli 2014

Den Salat haben

Da haben wir den Salat!




Ich mag Salat, sonst hätte wir ihn auch nicht angepflanzt. Seit gestern stelle ich mir aber folgende Fragen:

Wie gern mag ich Salat?

Wie oft am Tag kann man Salat essen?

Kann der Mensch unendlich viel Salat essen oder wird es irgendwann gesundheitsschädlich?

Wennn es eine Toleranzgrenze für Salatkonsum gibt, was passiert wenn sie überschritten wird?

Bekommt man

a) lange, fellige Ohren,

b) lange Zähne,

c) kann sehr schnell hüpfen,

d) muss Ostern arbeiten oder passiert das alles zusamman oder

e) verändern sich das Hautbild und die Hautfarbe in Richtung grünlich, mit deutlichen Salateinlagerungen?

Ich fürchte, wir werden in der kommenden Woche die Antworten auf all diese Fragen bekommen, denn der Salat wächst und wächst und wächst und wenn man ihn abschneidet und sich umdreht ist er wieder nachgewachsen.

Wir haben am vergangenen Wochenende bereits 5 Köpfe Eisbergsalat, und ungefähr vier Knistertüten prall gefüllt mit Pflücksalat geerntet. Gestern kamen dann vier weitere Köpfe Eisbergsalat und eine ganz, wirklich ganz erhebliche Menge Pflücksalat hinzu und das war auf keinen Fall die letzte Salaternte.

Für alle, die wie ich langsam Salat als reinen Salat mit Dressing nicht mehr ganz so gut sehen können, öffnen wir daher am Ende des Posts einmal wieder die Feld-Küche mit Salat-Notfall-Rezepten.

Aber nicht nur Salat konnten wir ernten, auch die Zwiebeln, die Kartoffeln und der Kohlrabi wollen vom Feld. Die Rondinis und der Kürbis wachsen prächtig. Ich suche in Anbetracht der zahlreichen Kürbisblüten schon nach Kürbis-Notfall-Rezepten. Eine der Tomatenpflanzen macht sich sehr gut und verpricht bald die ersten Tomaten abzuliefern, auch der Mangold kann sich sehen lassen und das Basilikum sieht viel besser aus.





Gut gemacht liebes Feld.

Da wir in dieser Woche zudem erfahren haben, dass es auch in 2015 wieder Saisongärten geben wird, freuen wir uns umso mehr. Denn was wir neben reichlich Salat auch gesammelt haben sind Erfahrungen. Wir haben viel zu eng ausgesät. Dadurch ist einiges gar nicht, anderes nur sehr mickrig geworden. Wir haben einiges viel zu früh ausgesät, anderes viel zu spät. Gut für den Ertrag ist beides nicht. Das wird im kommenden Jahr anders.

Zwischenbilanz Ende Juli 2014.

Der Feld-Versuch ist nicht gescheitert. 

Wir haben schon viel gelernt und wir haben noch mehr Salat!

Daher nun:

Die Feld-Küche hat geöffnet!


Es gibt




Salatsuppe


Was man braucht

2 Kopfsalate oder Pflücksalat (ca. 600 g), 
1 Salatgurke
1 Bund Basilikum, 
1 Stengel Minze,  
Salz,  
2 kleine Zwiebeln,  
1 Knoblauchzehe,  
3 EL weiche Butter,  
50 ml trockener Vermouth (nach Belieben),  
¾ l Gemüsebrühe, 
2-3 EL frisch gepresster Zitronensaft,  
100 g Sahne (wer es fettarmer mag nimmt 100 g Joghurt)
Salz,
Pfeffer, 
Zucker, 
frisch geriebene Muskatnuss
  
Wie man es macht

Den Salat putzen und in Blätter zerteilen, Basilikum- und Minzblätter zupfen, alles waschen und trocken schleudern. Salatherzen bzw. etwas vom Pflücksalat beiseitelegen. Gurke schälen und in Stücke schneiden. Reichlich Wasser in einem Suppentopf zum Kochen bringen, salzen. Salat, Basilikum und Minze dazugeben und ca. 2 Min. kochen lassen, in ein Sieb abgießen, sofort kalt abbrausen und abtropfen lassen.

Zwiebeln und Knoblauch schälen, klein würfeln. In dem Suppentopf 2 EL Butter zerlassen, darin beides andünsten. Mit Vermouth ablöschen ‒ wenn er fast verkocht ist, die Brühe dazugießen und 10 Min. bei mittlerer Hitze offen köcheln lassen.

Abgetropften Salat, Basilikum und Minze, Zitronensaft und Gurke mit einem Stabmixer fein pürieren. Verwendet man Joghurt statt Sahne, den Joghurt mit dem Rest pürieren. Mit der Sahne, bzw. ohne die Sahne zur Suppe geben, alles gut pürieren. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Muskat abschmecken, auskühlen lassen, wenn gewünscht, Eiswürfel dazugeben. Vor dem Servieren die Salatherzen bzw. den restlichen Pflücksalat in feine Streifen schneiden und die Suppe damit bestreuen.





Kohlrabi-Salat-Quiche

Was man braucht

Für den Mürbeteig

150 g Mehl
75 g gesalzene Butter
1 Ei
evtl. Eiswasser


Für den Belag

1  Kohlrabi
1 kleiner Kopf Salat oder ein Beutel Pflücksalat
50 g sehr fein geriebener Käse wie z.B. Comté
100 gr Ziegenfrischkäse
150 g Schmand, mindestens 10 Prozent Fett
2 Eier
1 Zwiebel
Salz,
Pfeffer,
Muskatnuss
1 Zehe Knoblauch


Wie man es macht

Für den Mürbeteig die kalte Butter in kleine Würfel schneiden. Das Mehl mit den Butterwürfeln verkneten bis Streusel entstehen. Jetzt das Ei dazugeben und weiter kneten, ggf. Eiswasser zufügen, bis sich kurz darauf ein zusammenhängender Teig bildet. Den Teig zu einer Kugel formen, in Klarsichtfolie wickeln und im Kühlschrank 30 Minuten ruhen lassen. Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Den Kohlrabi schälen und in kleine Stücke schneiden. Den Salat putzen und in sehr feine Streifen schneiden. Knoblauch hacken und Zwiebel in kleine Würfel schneiden.

Die Eier mit dem Schmand und den beiden Käsesorten und dem gehackten Knoblauch verquirlen, mit etwas Salz, Pfeffer und einer Prise Muskatnuss abschmecken. Alles in einer Schüssel gründlich mit dem Kohlrabi, der Zwiebel und dem Salat vermischen.

Den Mürbeteig ausrollen, die gebutterte Form damit auslegen und für 10 Minuten im Ofen "blind backen", aus dem Ofen nehmen und Kohlrabi, Salat und Eiermischung gleichmäßig darauf verteilen.
Blind backen bedeutet, dass man Backpapier auf den Teig legt, darauf getrockneten Erbsen oder Linsen verteilt und den Boden so, also ohne den Belag, für 10 Minuten in den Ofen gibt.

Die Quiche in den Backofen schieben, die Temperatur auf 180 Grad verringern und 30 Minuten backen. Fünf Minuten außerhalb des Ofens ruhen lassen und servieren.




Lasst es Euch schmecken

Kerstin

Mittwoch, 16. Juli 2014

Neuer Schwede

Doris hat im Mai schon einmal über die Entwicklungen in der Großen Bergstraße, dem Altonaer Einkaufszentrum, geschrieben.

Und nun ist er da, der neue Schwede.

IKEA ist vor Anker gegangen!



Es versteht sich von selbst, dass ich als Altonaer-Ureinwohner - in Altona/Ottensen geboren, hier in den Kindergarten und in die Schule gegangen und irgendwie immer noch da - es kaum erwarten konnte, mir den neuen Schweden genau anzuschauen.

Vorletzten Dienstag, 08. Juli 2014, verschaffte mir die Deutsche Bundesbahn einen freien Nachmittag. Der seit Langem auf diesen Tag terminierte Gerichtstermin vor dem Landgericht Itzehoe musste verschoben werden, weil mein Zug wegen eines in Glückstadt liegen gebliebenen Zugs in Elmshorn endete. Zitat des immerhin netten Zugbegleiters: "Weiterfahrt? Na, Sie stellen Fragen. Das wissen wir nicht, das kann dauern!" Da die weiteren Beteiligten ebenfalls aus Hamburg kamen, wurde der Termin also kurzerhand verschoben. Wir danken der Erfindung des Mobil-Telefons und der sehr netten und flexiblen Richterin.

Was nun mit so einem angebissenen Tag anfangen? Soll man vielleicht gar nicht ins Büro gehen? Wäre möglich, denn in Anbetracht des drohenden Auswärtstermins wurde am Montag ja noch gut vorgearbeitet. Ich gab mir daher frei und sagte mir:

"Also ich mach dass jetzt. Ich geh nicht ins Büro, ich gehe zu IKEA."

War wie Hitzefrei, nur leider hatte ich statt der Kamera nur das I-Phone dabei. Für die Aufnahmen nicht ideal, aber man muss auch Kompromisse machen können.

Da ist er nun endlich, der neue, altbekannte Schwede, IKEA, mitten in Altona mit der dem ersten Innenstadt-IKEA der Welt.

Was ist anders? Anders ist das gesamte Gebäude. Wir alle kennen IKEA auf der grünen Wiese als flaches Gebäude in blau und gelb ohne Stockwerke und ohne Schaufenster. IKEA Altona dagegen ist ein mehrstöckiges Gebäude mit Schaufenstern, in blau und gelb.


Riesig steht es da in der Fußgängerzone. Das ist schon gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht.

Also schnell rein. 

Erster Eindruck: Huch, wo sind denn die Kassen, wo ist der Schwedenshop? Oben? Wie komme ich da denn mit dem Einkaufswagen hoch?

Mehrere Etagen bei IKEA dass ist schon ungewohnt. Aber es wurde an alles gedacht. Man muss sich die Billy-Regal-Kartons nicht unter den Arm klemmen, es gibt eine Vorrichtung neben der Rolltreppe, auf der die Einkaufswagen nach oben fahren und der Bereich, in dem man die großen Kartons selber aufladen muss ist wie die Kassen im oberen Stockwerk.




Wenn man sich daran gewöhnt hat, dass nicht alles auf einer Ebene zu finden ist, findet man sich schnell zurecht. IKEA-Altona sieht im Wesentlichen so aus wie jeder IKEA. Möbel, Küchenutensilien, Stoffe, Kissen, Kerzen, Restaurant und so weiter, alles da.




Man findet alles, was zu IKEA dazu gehört, und noch ein bisschen mehr. Die Bereiche vor der großen Fensterfront werden mit viel Aufwand gestaltet. Möbel und andere Produkte werden hier nicht schnöde als Möbel, sondern als kleine Installationen präsentiert. Nette Idee.




Nett auch die Installation, mit der die Leute geehrt werden, die dieses ungewöhnliche Projekt verwirklicht haben.



Völlig anders ist das Verkehrskonzept.

Zu IKEA fährt man mit dem Auto, das ist eine der Gewissheiten meines Lebens. Doch nichts ist unumstößlich.

Zu IKEA-Altona fährt mit der S-Bahn, dem Bus, dem Rad oder man geht zu Fuß, das war offensichtlich. Auf den Parkdecks standen kaum Autos, obwohl IKEA gut besucht war. Sehr erfreulich, denn es straft diejenigen Lügen, die mit der Eröffnung von IKEA in Altona den Verkehrskollaps voraussagten. Bisher ist er ausgeblieben.

Da IKEA-Altona diverse Möglichkeiten bietet, die Ware nach Hause zu bringen, von der Sackkarre die man mieten kann, bis zur Lieferung durch den Fahrradkurier, braucht man das Auto auch wirklich nicht.


Fazit des Nachmittags.

IKEA-Altona ist IKEA, wie wir es alle kennen. Nett, wie IKEA immer ist, aber nicht wirklich spektakulär. Das tolle an IKEA-Altona ist, dass auch die Kunden, die kein Auto haben, jetzt unproblematisch ihren Hot Dog genießen und die wirklichen wichtigen Dinge des Lebens kaufen können, auch wenn sie doch nur mal gucken wollten. Hot Dogs,Teelichter, Kerzen und Servietten braucht man einfach immer.

Ach und ganz nach dem alten IKEA Motto, selber Zusammenbauen spart Kosten, gibt es den unvermeidlichen IKEA Hot Dog zum Selbermachen im Schwedenshop.

Was soll ich sagen?

Die Feld-Küche bleibt dann heute mal geschlossen.


Kerstin

Samstag, 12. Juli 2014

Krauts

Uns darf man nun mit Fug und Recht "Krauts" nenen.

Dies ist das vorläufige Zwischenergebnis des Feld-Versuches.

Da wir drei Wochen fern des Feldes in Frankreich weilten, war das Feld fast vier Wochen allein, und sagen wir es wie es ist: Das Feld hat gemacht, was das Feld schon immer einmal machen wollte. Es hat dem Unkraut erlaubt, zu wachsen was das Zeug hält.

Drei voll beladene Schubkarren mit Unkraut haben wir vom Feld, über den schmalen Weg, vorbei am Container und am Klohäuschen zum Unkrauthaufen hinter dem Wasserwagen gefahren und haben den stattlichen Haufen Feld-Abfall um einen beträchtlichen Beitrag unseres Feldes erweitert.

Solltet Ihr ein Feld haben und in den Urlaub gehen, dann vergesst vorher nicht, dem Feld zu sagen, dass es auch während Eurer Abwesenheit ganz brav sein muss und das Unkraut wenn es klingelt nicht rein lassen darf, auch nicht wenn es ihm verspricht, dass es Bonbons hat und ganz lieb ist. Wir hatten leider vergessen, das zu erwähnen.

Aber wir sind des Krauts Herr geworden und siehe da, zwischen all dem Kraut sind auch die Feldfrüchte mächtig gewachsen.




Die grüne Mauer am Ende des Feldes, das sind die Kartoffeln!



Ich wusste nicht, das Kartoffelpflanzen so hoch werden. Ich wusste auch nicht, dass Kartoffelnpflanzen Früchte ausbilden. Kleine hellgrüne Früchte, die an Kirschtomaten erinnern. Wie ich nun gelernt habe, sind die Früchte giftig. Sie enthalten, wie alles was an der Kartoffelpflanze oberirdisch wächst und grün ist, das Alkaloid Solanin. Das Solanin ist auch in den grünen Stellen zu finden, die sich gelegentlich an Kartoffeln bilden und die man wegen eben dieses Solanins abschneiden muss. In den Früchten befinden sich Samen, aus denen man wie bei Tomaten Kartoffelpflanzen ziehen kann. Also nicht das man aus Tomatensamen Kartoffeln ziehen kann, nein, das meine ich nicht. Wie man aus den Kernen der Tomate Tomatenpflanzen ziehen kann, kann man aus den Kernen der Kartoffelfrucht Kartoffeln ziehen.Das meine ich. Das nennt man dann generative Vermehrung. Aus den generativ vermehrten Pflanzen bilden sich pflaumengroße Sämlingsknollen. Die spielen  in der Neuzüchtung von Kartoffelsorten eine Rolle, welche habe ich nicht mehr recherchiert. Kartoffeln zum Verzehr werden so nicht gezüchtet, sondern vegetativ, also über das Verbuddeln von gekeimten Saatkartoffeln. Wieder was gelernt! Wir haben also im April unsere Kartoffeln vegetativ vermehrt.

Ich werde mal einige Kerne aus den Kartoffelpompoms einpflanzen und gucken, was draus wird.

Nachdem der Unkraut-Dschungel gelichtet war, konnten zu unserer großen Freude auch geerntet werden:

Pflücksalat,
Eisbergsalat
Kohlrabi - danke an die Rehe, Hasen, Schnecken und anderen tierischen Gourmets, dass Ihr uns davon dann doch was gelassen habt -,
Erbsen,
Zuckerschoten - die aber leider zu reif waren und sehr bitter schmeckten -
Erdbeeren - in Miniatur-Wunderland-Größe -,
Petersilie,
Dill,
Minze,
eine erste kleine Kartoffel, die ich aus Versehen aus der Erde geholt habe,
ein Wild- und Feldblumenstrauß.




Die anderen Feldfrüchte wachsen mehr oder weniger gut.

Gut wachsen

die im Frühjaht zunächst verloren geglaubten Pastinaken und die zweite Pastinakenaussaat,
die Kürbisse,
der Knollensellerie,
die Kartoffeln,
die Rondinis,
die Möhren,
die Bohnen.


Sorgen bereiten

die roten Rüben - die einfach nicht mehr zu wachsen scheinen. Kleine Blättchen lucken aus dem Boden, sonst nichts -,
der Fenchel - es ist nur etwas Fenchelgrün zusehen, sonst nichts -,
das Basilikum - es wächst zwar, hat aber gelblich verfärbte Blätter -,
die Tomaten - einige Sträucher wachsen gut und haben erste Früchte, andere verharren als Minipflänzchen -, 

Wir drücken den Rüben, dem Fenchel,dem Basilkum und den Tomaten die Daumen und fürchten,

dass die Rüben zu eng stehen,
der Fenchel zu spät ausgesät wurde,
die Tomaten zum Teil zu wenig Licht hatten, weil die Wildblumenwiesenmischung super wuchs und ganz viel Schatten warf - der Strauß daraus war schön und die Wildblumen sind jetzt Geschichte -,
das Basilikum gerade in der Ecke des Feld steht, in der sich gern das Regewasser sammelt.

Wir werden sehen und berichten.   

Als ich die Bilder für diesen Post gesichtet habe viel mir auf, dass ich das Feld im Frühjahr und letzten Sonntag jeweils aus fast der selben Perspektive fotografiert habe.

Toll!! Aus einem grauem Acker wurde eine grüne Pracht und das in nur vier Monaten.
 


 Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht.

Gespannt war ich auch darauf, wie das erste richtige Gericht aus eigenen (Kohlrabi, Erbsen, Petersilie) und zugegebenermaßen auch einigen gekauften Zutaten (Kartoffeln, Möhren, Zwiebel) schmecken würde.

Daher hieß es dann:

Die Feldküche hat geöffent!

Diesmal gibt es Schnüsch, einen norddeutschen Klassiker


Schnüsch

Was man braucht

1 Kohlrabi     
3 mittlere Wurzeln       
250 gr Erbsen       
1 Zwiebel      
4 mittlere Kartoffeln 
200 gr Bohnen     
1 Bund Petersilie 
100 ml Gemüsebrühe
200 ml Milch       
200 ml Sahne      
1 Tl Mehl
1 Tl Zucker 
2 Tl Butter
1 Tl Bohnenkraut     
Salz
Pfeffer

Wie man es macht

Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden.

Kohlrabi schälen und in Würfel schneiden. Wurzeln schälen und in Scheiben schneiden.
Erbsen palen. Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Petersilie hacken.

Bohnen putzen und in Salzwasser 5 Minuten kochen, abgießen und abschrecken.

Zwiebel in Butter andünsten, Kartoffelwürfel zugeben und 5 Minuten mit den Zwiebeln andünsten. Kohlrabi und Wurzeln dazugeben und kurz mit andünsten, mit Zucker bestreuen und umrühren. Sodann mit dem Mehl bestäuben und darin das Mehl unterrühren.

Gemüsebrühe, Milch und Sahne angießen. 5 Minuten im offenen Topf köcheln lassen. Erbsen dazugeben und weitere 5 Minuten offen köcheln lassen. Bohnen und Bohnenkraut dazugeben und nochmals 5 Minuten köcheln lassen.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Hälfte der Petersile unterheben. Die andere Hälfte über das fertige Gericht streuen.



Schon fertig.


Donnerstag, 3. Juli 2014

Die Ferien der Madame Emma


Wir sind zurück, zurück in Hamburg, zurück in einen Sommer, der glaubt, 16,5°C seien eine angebrachte Temperatur für einen Sommertag. Wir sind zurück in Büros, die aussehen als hätte hier das letzte Mal vor 100 Jahren jemand den Posteingang bearbeitet. Wir sind zurück im Alltag, doch ich will lieber zurück ans Meer, zurück in die Ferien der Madame Emma.

Ich liege am Strand und träume. Ich träume von Wurst, Käse, Brot, Brathuhn und Bratkartoffeln. Das habe ich alles auf den Märkten gefunden oder mir einfach genommen. Ob das alles für mich war und ob ich mir das nehmen durfte, weiß ich nicht. Ist mir aber auch egal, ich bin im Urlaub!


Ich stelle mir vor, dass das Madame (Hund) Emmas Gedanken waren, als sie gemütlich am Strand in ihrer Kuhle schlief. Die Kuhle war natürlich selbst gebuddelt und das ganz ganz nah an dem Strandtuch der Menschen, damit die wieder den tollen Sand auf dem Tuch hatten und einen lustigen Tanz mit dem Strandtuch aufführen konnten.




Madame Emma hat mit uns die letzten drei Wochen in Frankreich genossen, viel geschwitzt und viel Unsinn gemacht: 

Doris das Baguette aus dem Rucksack geklaut - was schnell mit dem I-Phone im Bild festgehalten werden musste -
 
 


gefühlte fünfhundert Stöckchen angeschleppt und sandig auf den Strandtüchern oder direkt auf den in der Sonne dösenden Menschen abgelegt und vieles mehr.


 


Madame Emmas Ferien wurden nie langweilig. Nicht am Strand und auch nicht in der Stadt, nicht für die Madame und nicht für die Menschen.

Nach einem Tag auf der Halbinsel von Giens sind wir zum Abschluss des schönen Tages durch Hyères gebummelt. Hyères ist ganz nett aber nicht so besonders.

Hund Emma machte es besonders! 

Zwei Sekunden lang waren die Augen der Menschen nicht auf Madame Emma gerichtet, da richteten sich viele Augen aus dem Fell der Madame auf uns. Madame Emma hatte neben einem Mülleimer einen Haufen alter Sardinen gefunden und sich darin gewälzt. Die Sardinen hatten noch Augen und die waren nun mit dem Rest der stinkigen Fischmasse in Madame Emmas Fell. Manchmal freut sich der Hund, aber nicht der Mensch. Gottlob gibt es in Hyères Brunnen. Leider stehen die gern auf Verkehrsinseln mitten auf stark befahrenen Straßen. War egal, Madame Emma musste da rein, und zwar sofort. Es gibt Gerüche die lassen einem keine Wahl und Rücksicht auf die Gepflogenheiten des Gastlandes kann man wieder nehmen, wenn die Sardinen raus sind aus dem Fell. Schwupps!!! Madame Emma stand im Brunnen. Dip, dip, dip, in the wisch, wisch, wisch, in the water, in the water, water, water, clean oder zumindest olfaktorisch erträglich. 




Bis auf diesen Zwischenfall hat sich Madame Emma vorbildlich benommen. Ohne Knurren hat sie jeden Ausflug mitgemacht. Madame Emma war mit uns an einem heißen und gewittrigen Tag in Grimaud und in Port Grimaud.

Grimaud besteht aus Grimaud Village und Port Grimaud. Grimaud Village liegt auf einem Hügel hoch über dem Golf von Saint-Tropez. Port Grimaud ist - wie der Name schon vermuten lässt - dagegen ein Küstenort. Aber nicht nur die Lage der beiden Ortsteile könnte kaum unterschiedlicher sein, auch die Orte selber sind völlig verschieden.

Grimaud ist ein alter und sehr ansehnlicher Ort mit mittelalterlichen Gassen wie der Rue des Tempeliers mit dem Arkardenhaus aus dem 15. Jahundert, der Kirche St. Michel vom Ende des 12. Jahunderts, einer alten und noch funktionstüchtigen Brunnenanlage und der Burg aus dem 11. Jahundert als Toppping hoch über dem Ort. Ein Ausflug nach Grimaud lohnt sich unbedingt.


 








Port Grimaud dagegen ist eine auf dem Reißbrett vom schweizer Architekten François Spoerry geplante Retortenstadt aus den 1960 Jahren. Venedig diente als Vorbild. Port Grimaud besteht daher aus Kanälen, Brücken, Fußgängergassen, massenhaft Touristen und vor allem aus Schiffen, Schiffen, Schiffen. Wer sein Boot quasi mit ins Bett nehmen will, ist hier richtig. Jedes Haus hat einen Bootsanleger. Wer einen gewachsenen Ort sucht, ist hier falsch. 

Port Grimaud lohnt sich lediglich für einen kurzen Ausflug am Vormittag oder Nachmittag. Da viele Bereiche nur für die Bewohner, nicht aber für Besucher zugänglich sind, gibt es nicht viel zu sehen. Das was es zu sehen gibt, ist zum Teil schon recht in die Jahre gekommen. Eine der angebotenen Bootsfahrten durch die Kanäle lohnt sich bestimmt, da man dann wohl auch die nicht öffentlich zugänglichen Bereiche sieht. Da wir noch weiter wollten, haben wir aber keine Bootsfahrt unternommen, sondern sind für zwei Stunden durch den Ort gebummelt. Madame Emma fand es toll. Die Menschen denen die Restaurants gehören waren auch dort so umsichtig, den Abfall der Restaurants in Müllsäcken hinter die Häuser zu stellen und mehrere Tage alten Nudeln mit Pesto sind wirklich, wirklich lecker!!







Madame Emma ist natürlich auch durch Saint-Tropez flaniert, der kleine It-Hund. Saint-Tropez hebe ich mir für einen gesonderten Post auf, damit ich noch etwas länger was vom Urlaub habe.




Madame Emma hat uns an dem denkwürdigen Sardinentag auf die Halbinsel von Giens begleitet und ist ein paar Tage später auf der Insel Porquerolles über den Küstenwanderweg und die Hügel geflitzt. 

Die Halbinsel Giens gehört zum Stadtgebiet von Hyères, richtig das ist die nun inoffzielle Gammelsardinenstadt der Côtes d´Azur. Das Besondere an der Halbinsel Giens ist, dass die eigentliche Insel durch zwei rund 4 Kilometer lange Landengen (Tombolos) mit dem Festland verbunden ist. 

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund durch Konsum von Rosé unterstützter Feld-Versuche wurde herausgefunden, dass die Tombolos die Wege sein müssen, über die vergammelte Sardinen nach Hyères wandern, um sich dort neben Mülltonnen zu legen. Stichhaltige Nachweise gibt es keine, aber es muss so sein!

Zwischen den beiden Landengen befindet sich eine Lagune in der früher Salinen zur Salzgewinnung betrieben wurden und in der heute unter anderem Flamingos und die berühmten hyèreschen Gammelsardinen leben. Die Gammelsardinen haben wir gesehen, die Flamingos leider nicht und die weißen Tauben waren mal wieder Möwen. 80% der Halbinsel sind flach wie eine Flunder. Es gibt viele Ferienhäuser und -anlagen, viele Segel- und Surfschulen und an der Ostseite einen Strand mit traumhaftem Wasser, will sagen, keine Algen, keine Felsen, nur weicher weißer Sandboden mit blauem Wasser drüber. Ein Riesenpool!! Sieht dort ein wenig aus wie auf den Florida Keys. Schöne Ecke für einen Badetag und eine kleine Wanderung.









Am Ende der Halbinsel liegt der kleine Ort mit den Riesenparkplätzen, La Tour Fondue. Von La Tour Fondue starten die Fähren für Ausflüge auf die Insel Porquerolles, daher die vielen großen Parkplätze. Neben den Parkplätzen gibt es in La Tour Fondue noch eine Festungsanlage, einen Krämerladen 






und die größte Tomate, die ich bisher gesehen haben. 

Ha, da ist er, der Bezug zum Feld-Versuch! 

Liebes Feld, liebe Tomaten, nehmt euch bitte diese Tomate zum Vorbild und wachst, was das Zeug hält!!! 




Die Insel Porquerolles kann man von La Tour Fondue aus mit dem Schiff in 20 Minuten erreichen. Da Doris schon immer mal auf die Hyèrschen Inseln wollte und Madame Emma  - der It-Hund - geschnüffelt hatte, dass Porquerolles total in ist, haben wir Segel und uns auf die Fähre setzen lassen und haben einen Tag lang die Insel genossen. Herrlich! Keine Autos, unbebaute bewaldete Hügel, überhaupt ganz viel Natur, Weinberge, super Strände, tolle Wanderwege, einfach schön. Die Côte d´Azur wie sie vor dem Touriboom mal gewesen sein muss. Keine Frage, da will ich wieder hin. 










Und dann waren sie vorbei, die Ferien der Madame Emma und unsere auch und wir sind von Stau zu Stau, von Unwetter zu Unwetter langsam Richtung Norden gefahren, nicht jedoch ohne vorher noch einmal die Feld-Küche zu öffnen. 

Die Feld-Küche hat geöffnet!


Es gibt




 Zitrus-Pasta mit Garnelen

  
Was man braucht

Für zwei Personen

10 große Garnelen roh, ohne Schale, Darm entfernt
250 gr Kirschtomaten
Thymian, Blättchen von 4 Stängeln, gehackt 
1 unbehandelte Orange
Parmesan gerieben, 2 Esslöffel
Knoblauch, 1 Zehe fein gehackt
Weißwein 1/2 Glas
Olivenöl
Salz
Pfeffer
250 gr Nudeln/Penne


Wie man es macht


Kirschtomaten waschen und halbieren. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Kirschtomaten und den Thymian dazugeben, Hitze reduzieren, salzen, pfeffern und die Tomaten in dem austretenden Saft schmoren lassen, bis die Tomaten weich aber noch nicht verkocht sind, der Tomatensaft aber fast ganz eingekocht ist. Tomaten von der Flamme nehmen. 

Von der Hälfte der Orange die Schale abreiben. Die Orange ausdrücken und den Orangensaft salzen und pfeffern.

In einer zweiten Pfanne die Garnelen kurz scharf anbrachten. Knoblauch dazugeben, Hitze reduzieren. Mit Orangensaft und Weißwein ablöschen. Die Kirschtomaten und die Orangenschale dazugeben und zusammen mit den Garnelen schmoren, bis die Garnelen gar sind, das dauert höchstens 5 Minuten. Nun solltet ihr eine sämige, nach Orangen duftende Soße in der Pfanne haben, ggf. müsst ihr noch etwas Weißwein hinzugeben. Aber nicht enttäuscht sein, es ist nicht viel Soße. Wer mag, fügt jetzt den Parmesan hinzu, dann wird die Soße noch sämiger, zwingend ist der Käse nicht.

Nudeln nach Packungsanweisung kochen, abgießen, in die Pfanne zur Garnelensoße geben, durchschwenken. 





Schnell aufessen, es ist einfach zu lecker, um es kalt werden zu lassen. 


Kerstin