Sonntag, 19. Oktober 2014

Besser spät als nie - Tag 5 der Liebsten-Woche

Ihr habt es sicher gemerkt, die Liebste-Woche hat mich geschafft. Entgegen aller guten Vorsätze gab es keine Posts zu den Tagen 5 bis 7 der Liebsten Woche. 2 Wochen mit zu viel Arbeit, zu viel Stress = keine Posts.

Die Fotos zu Tag 5 der Liebsten-Woche habe ich am vorletzten Wochenende aber noch geschossen und daher hier nun mit viel Verspätung Tag 5 der Liebsten-Woche, der einem alten guten Freund und Begleiter seit Babytagen gewidmet ist.

Ich darf vorstellen,

Häsi,
Seelentröster, liebstes Kuscheltier, ältester Freund und bester Hase der Welt.

 



An den Tag als Häsi in mein Leben trat kann ich mich nicht erinnern. Ich habe Häsi zu meinem ersten Osterfest bekommen. Da ich im Januar geboren bin, muss ich 3 oder 4 Monate alt gewesen sein. Seit diesem Tag hat mich Häsi immer begleitet, viele Nächte mit mir verbracht, Krankheiten tapfer mit mir durchlitten, Abitur und zwei Staatsexamen mit mir geschrieben und bestanden. Häsi hat dabei zwar Schaden an beiden Ohren genommen - sie mussten mit mehr oder weniger farblich passenden Fäden angenäht werden - und auch seine Glasaugen haben den einen oder anderen Sprung, er hat in all den Jahren aber nie sein unbeschreiblich knuddeliges Lächeln verloren, und wenn bei mir die Ohren mal so richtig hängen, dann hilft mir Häsi auch heute noch dabei, sie wieder aufzurichten.

Danke alter Hase!!



Nach dem exclusiven Fotoshooting mit Häsi, waren wir mal wieder auf dem Feld. Wir haben die restlichen Kürbisse und Bohnen, viel Mangold, Rauke, viele Pastinaken und ein wenig vom Grünkohl geerntet.

Die restlichen Möhren wurden Opfer eines Wühlmausüberfalls. Familie Wühlmaus hat ganze Arbeit geleistet. Bis auf 5 Möhren waren alle Möhren fein säuberlich von unten abgefressen. Die Täter scheinen sich ihrer Sache sehr sicher zu sein. Sie halten es nicht einmal für erforderlich, die Spuren ihrer Taten zu verwischen und so kann man an den deutlich sichtbaren Gängen genau erkennen, welchen Weg die Mäusebande über unser und die angrenzenden Felder nimmt. Aber es sei ihnen gegönnt, wir hatten in den Wochen davor ausreichend Möhren geerntet. Im nächsten Jahr muss Feld-Hund Emma noch mehr aufpasen und noch viel, viel tiefer buddeln.



Seit letzter Woche ist nun auch der Termin bekannt, an dem der Feldversuch für dieses Jahr enden wird. Am 2. November muss das Feld abgeerntet sein, dann schließt der Saisongarten für dieses Jahr sein Gartentor. Dass das Gartenjahr zu Ende geht, ist auch nicht zu übersehen. Alle Zeichen stehen auf Herbst und ich kann mir jetzt tatsächlich vorstellen, dass hier bald nichts mehr wächst. Alles wird so durchscheinend und was wir nicht gleich ernten welkt nun sehr schnell.



Daher schnell einmal wieder die Feldküche öffnen, um die letzten Feldfrüchte zu verarbeiten.

Die Feldküche hat geöffnet!

Es gibt


Birnen-Bohnen-Speck
Salat



Was man braucht  

750 gr. festkochende Kartoffeln
300 gr. grünen Bohnen
1 kleine Zwiebel
1 reife Birne
250 gr. durchwachsenen Speck
150 ml Gemüsebrühe
50 ml Pflanzenöl
25 ml Weißweinessig
1 EL Butter
Salz
Pfeffer

Wie man es macht

Kartoffeln mit Schale je nach Größe 15 bis 20 Minuten kochen. Sie dürfen nicht zu weich werden. Etwas abkühlen lassen, pellen und in Scheiben schneiden. 

Bohnen waschen, putzen und halbieren. In Salzwasser ca. 10 Minuten bissfest kochen, abgießen und in Eiswasser abschrecken.

Speck fein würfeln und in der Pfanne kross ausbraten.

Birne schälen, Kerngehäuse entfernen, in Würfel schneiden. Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Butter in einer Pfanne schmelzen. Birnen- und Zwiebelwürfel in der Butter 5 Minuten dünsten. Abkühlen lassen. Birne und Zwiebel mit dem Öl, dem Essig der Brühe, Salz und Pfeffer in einem Standmixer zu einem Dressing pürieren. 

Kartoffeln, Bohnen und Speck in eine Schüssel geben. Dressing dazugeben und vorsichtig unterheben. Mindestens 1 Stunde durchziehen lassen. 






Genießt den Salat und den Herbst!

Freitag, 3. Oktober 2014

Hoch im Norden - Tag 4 der Liebsten-Woche

Leider bin ich gestern, am 2. Oktober, nicht dazu gekommen, zum 4. Tag der Liebsten-Woche etwas zu posten. Daher heute, am 3. Oktober, dem 5. Tag der Liebsten-Woche, der Post zum 4. Tag der Liebsten Woche und eine schönen guten Tag an Graf Zahl.

Wer mit uns den 3. Tag der Liebsten-Woche verbracht hat, der weiß schon, welches meine Liebste-Insel ist.

Sylt!


  • 99,14 km² groß.
  • Viertgrößte deutsche Insel und größte Nordseeinsel Deutschlands. 
  • Zwischen 9 und 16 km von der Küste des Festlands entfernt. 
  • Erstreckt sich über 38,0 km in Nord-Süd-Richtung
  • Ist im Norden, am Königshafen bei List, nur etwa 320 Meter, an breitesten Stelle, von der Stadt Westerland im Westen bis zur Nössespitze bei Morsum im Osten, 12,6 km. 
  • Hat einen 40 km langen Sandstrand. Allein dass reicht für das Prädikat Lieblings-Insel.

Als Kind bin ich in fast allen Frühjahrs- oder den Herbstferien  - einmal auch in den Sommerferien, das war uns aber zu voll -  nach Sylt gefahren.  Dann kam die Teenagerphase, in der man ja grundsätzlich nicht mehr da hin fährt, wo man zuvor immer war, also auch nicht nach Sylt, wiederum gefolgt von der Zeit nach meinem 20. Geburtstag und damit einer Zeit, in der ich - bis heute - mindestens einmal im Jahr für einige Tage nach Sylt muss.

An Sylt scheiden sich die Geister. Sylt ist verschrien oder bekannt - ganz wie man dazu steht - als Promi- und Schickimicki-Insel. Stimmt, Sylt ist wenn man das haben möchte Schickimicki. Dann fährt man am besten mal an einem schönen sonnigen Sommerabend nach Kampen. Kann man nicht beschreiben, muss man gesehen haben. Ich sag euch, St. Tropez ist was die Nobelkarossen-Dichte angeht dagegen Kindergarten. Richtig gruselig kann auch die Sansibar in Rantum sein. Im Herbst nett und nicht zu voll, lecker Essen und hervorragender Wein zu zugegebenermaßen gesalzenen Preisen, allerbeste Strandlage, top. Zur Hochsaison für mich dagegen der blanke Horror. Aber jeder so wie er mag, ich muss da zur Hauptsaison ja nicht hingehen und die Leute die dann da sind, die genießen die Sansibar so, wie ich den Strandspaziergang mit Hund Emma genieße, bei dem es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.


Schickimicki hat zudem auch durchaus Vorteile.Ich habe absolut nichts dagegen, durch Kampen zu bummeln, und mir die Schaufenster der Nobelläden anzuschauen, auch wenn ich dort wahrscheinlich nie einkaufen werde, weil mir selbst dann, wenn ich das entsprechende Einkommen hätte, € 400,- für ein T-Shirt zuviel wären. Ich gucke mir all die teuren Markenshops aber sehr gern an, trinke einen Kaffe in der Kupferkanne (weltbester Blick auf das Wattenmeer) und gehe dann wieder an den Strand.  




Und wer das Schickimickigedöns nicht sehen will, der muss das nicht sehen. Bei 40 km Strand findet man sogar im Juli immer einen Strandabschnitt, an dem man vielleicht alle 10 Minuten jemanden trifft, und Wenningstedt ist das, was man einen soliden Familienbadeort nennt.

Aber genug über Schickimicki.

Hier mein Liebste-Sylt-Orte-Ausflüge Liste

1.  40 Kilometer Strand von List bis Hörnum. Weltbest, nur das Wasser dürfte wärmer sein.



2. Die Dünenlandschaft bei List. Unvergleichlich. Wenn ihr mal da seit, fahrt mit dem Rad von Kampen aus über die stillgelegte Trasse der Inselbahn und dann über die Nebenstraße zur Weststrandhalle am Lister Weststrand. Hier ist es immer wunderschön, auch im Winter.


3. Meine Lieblings-Wanderung. Mit dem Bus bis zur Haltestelle Blitzel/Westerheide kurz vor List. Ein Stück die Hauptstraße entlang in Richtung List. Über den Bohlenweg durch die Dünen und die Heide an den Strand und dann mit vielen Pausen am Meer entlang bis nach Westerland.


4. Thai-Nudeln bei Gosch in List nach einer Wanderung um den Ellenbogen. Gosch Thai-Nudeln sind Fast-Food, aber ich könnt mich drin wälzen. Dazu ein Glas Sancerre oder zwei, oder drei. Auch an Gosch scheiden sich die Geister, aber Gosch gehört für mich einfach zu einem Syltaufenthalt dazu. Soviel gar-nicht-öko muss mal sein.



5. Wonnemeyer am Strand in Wenningstedt. Strandlokal direkt auf dem Strand, lecker, lecker Essen, tolle Musik. Zum Sonnenuntergang nur schwer zu toppen.



6. Eine Wanderung von Kampen am Wattenmeer entlang nach Keitum. Teatime in der Kleinen Teestube in Keitum. 



7. Ein richtig ordentlicher Sturm mit Wind aus West. Die Wellen sind bombastisch.


8. Ein Regentag an dem man ohne schlechtes Gewissen nicht an den Strand, sondern zum gemütlichen Bummeln in die wirklich nicht schöne "Innenstadt" von Westerland geht und dann noch zum Super Checkout nach Tinnum, Kampende 11, 25980 Sylt OT Tinnum, fährt. Ich sach nur, Hunter Gummistiefel für € 49,- letzten September dort erlegt.


9. 15 Hundestrände!!


Ich könnte noch Stunden an der Liste schreiben.

Fahrt am besten mal selber hin.


Mittwoch, 1. Oktober 2014

Das Salz in der Suppe - Tag 3 der Liebsten-Woche

Der 1. Tag des Oktobers ist der 3. Tag der Liebste-Woche.

Tag 3 gehört meinem Liebsten-Salz. Um es vorweg zunehmen, ich bin mir nicht sicher, ob verschiedene Salze wirklich unterschiedlich schmecken, glaube aber, durchaus Unterschiede zu schmecken.

Das Liebste-Salz ist aber nicht vorrangig wegen seines Geschmacks mein Liebstes-Salz, sondern weil es ein Meersalz ist und von meiner Liebsten-Insel im hohen Norden kommt, auf die ich euch morgen, am 4. Tag der Liebsten-Woche entführen werde.




Meersalz, da denkt man an südliche Länder, Sonne, die hoch am Himmel steht, lange Sommer, Salinen, Hitze.

Norddeutschland, da denkt man an all das nicht, und tatsächlich kann wegen der hier im hohen Norden herrschenden Bedingungen Meersalz nach der klassischen Methode nicht gewonnen werden.

Das Liebste-Salz ist daher auch nicht in einem Salzgarten gewachsen, sondern stammt aus der Sylter Meersalz Manufaktur.

Der Koch Alexandro Pape vom Restaurant Fährhaus in Munkmarsch hatte die Idee, aus dem um Sylt herum reichlich vorhandenen sehr salzigen Meerwasser Meersalz zu gewinnen. Sein Versuch, das Nordseewasser einzukochen, um so an das Meersalz zu kommen, ging schief. Es blieb nichts Brauchbares übrig. Pape schickte also zehn Kanister Nordseewasser an die Uni in Osnabrück. Mittels Eindampfverfahren kann man dort aus dem Wasser 1,2 kg Meersalz gewinnen. Es geht also, nur wie es auf Sylt gehen könnte, weiß Pape immer noch nicht.

Als Pape Kontakt zur Firma Terrawater aus Kiel aufnimmt, bahnt sich eine Lösung an. Terrawater ist auf die Produktion von Trinkwasser spezialisiert. Terrawater benutzt Verdunstungsverfahren, um Meerwasser zu entsalzen und so gerade auch in der  3. Welt Trinkwasser herzustellen.

Pape und Terrwater tüfteln an einer Anlage zur Produktion des Sylter Merrsalzes. 2012 ist es so weit, die im Rahmen der Zusammenarbeit entwickelte Anlage der Firma Terrawater produziert, was es eigentlich nicht geben kann, das erste Meersalz aus Sylter Nordseewasser. Im Juli 2013 wird die Anlage nach List auf Sylt transportiert und dort in der Manufaktur aufgebaut. Seit Ende September 2013 produziert die Anlage Sylter Meersalz. Nach ihren eigenen Angaben stellt die Sylter Meersalz GmbH das Salz so nachhaltig und ökologisch wie möglich in List/Sylt her. Die Abwärme werde beispielsweise bei der Salztrocknung eingesetzt, das Meerwasser durch Partner vor Ort eingeholt und geprüft, das entsalzte Wasser kulinarisch weiterverwertet. Ich kann das nicht prüfen, habe aber auch keinen Grund daran zu zweifeln. Und das Salz aus Südfrankreich läuft auch nicht zu Fuß über die Alpen.

Hier ein Video, das die Produktion des Meersalzes zeigt, echt interessant. 

Es gibt zwei Sorten: ein Feinsalz und ein Grobsalz, beide angeblich von reinster Qualität, da auf den Einsatz von chemischen Trenn- und Zusatzstoffen verzichtet werde.

Ich habe mir Anfang September das grobe Salz auf Sylt gekauft. Es ist schw....  teuer, aber eben auch etwas ganz Besonderes. Ich verwende es nur für Gerichte, über die man nach dem Kochen oder Zubereiten noch einmal etwas Salz streut, und von denen dann, wenn man ganz genau hinhört, ein ganz, ganz, ganz leises Meeresrauschen ausgeht.

Pssst, seid mal still! Höre ich da nicht ein leises Meeresrauschen?  Kommt das aus der Feld-Küche? Schnell mal nachschauen.
 





Tatsächlich! Kommt mit,

die Feldküche hat geöffnet! 

Es gibt

Kürbis-Kichererbsen-Salat
 mit Tahin



Was man braucht

Für den Salat

1 kg Speisekürbis
1 Knoblauchzehe
1/2 TL gemahlenes Piment
2 EL Olivenöl
Meersalz
Pfeffer
250 gr. Kichererbsen gekocht oder aus der Dose (400gr)
1 kleine rote Zwiebel
4 El Koriandergrün
1 kleine rote Chillischote

Für die Tahinsauce

1 Koblauchzehe
3 1/2 EL Tahin (Sesampaste)
3 EL Zitronensaft
2 EL Wasser
2 EL Olivenöl

Granatapfel

Wie man es macht

Kürbis schälen (ist bei Hokkaidokürbis nicht erforderlich) Samen entfernen und in Stücke schneiden. Knoblauch schälen und zerdrücken. Kürbisstücke mit dem Knoblauch, Piment, Olivenöl, Salz und Pfeffer vermischen. Auf ein Backblech oder in eine Auflaufform geben und 15-20 Minuten im Ofen bei 180 °C backen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Zwiebel schälen und fein schneiden. Chilli waschen, entkernen und in sehr feine Ringe schneiden.

Granatapfel quer durchschneiden und Kerne herausklopfen, indem ihr die Granatapfelhälfte über eine Schüssel haltet und mit einem Löffel auf die Schale schlagt. Achtung, es spritzt sehr. Unbedingt eine Schürze anziehen, sonst habt ihr lustig gepunktete Kleidung.

Für die Sauce Knoblauch schälen und zerdrücken. Tahin mit den anderen Zutaten vermischen und ggf. noch mit etwas Salz abschmecken.

Kürbis, Kicherbsen, Zwiebel, Chilli und Tahinsauce mischen. Koriander und Granatapfelkerne unterheben und ggf. noch mit etwas Salz (ich nehme dafür dann das Liebste-Salz) und Pfeffer abschmecken. 





Der Salat ist so reichhaltig, dass ich ihn als vollwertige Mahlzeit ohne weitere Beilagen esse. Wer mag, kann noch frischen Ziegenkäse über den Salat geben. Auch sehr fein.

In Ermangelung von Koriandergrün hatte sich, wie ihr sicher bemerkt habt, die glatte Petersilie als Model zur Verfügung gestellt. Sie hat ihren Job sehr gut gemacht und war eine feine Alternative zum Koriandergrün, das ja nicht bei allen beliebt ist.

Lasst es euch schmecken!