Donnerstag, 26. Februar 2015

Frühlingsvorboten

Ein gemütlicher Sonntag auf dem Sofa Ende Januar, ein bisschen auf Facebook gestöbert, über die Ankündigung der Blogparade Frühlingsvorboten gestolpert, der Gruppe beigetreten, mich mit meinem Beitrag für den 26. Februar 2015 eingetragen und darüber gefreut, dass am 25. Februar 2015 Tina mit ihrem Blog Jabelchen und am 27. Februar 2015 Ramona mit der Kielfeder gemeinsam mit dem HamburgerAllerlei und all den anderen Bloggern der Parade nach dem Frühling suchen werden.

So fing für mich der Frühling 2015 schon im Winter an.

Ist das nicht sehr früh? Ja, das ist sehr früh!

Voller Tatendrang machte ich mich Anfang Februar mit der Kamera auf die Suche nach dem Frühling und seinen Vorboten. Ich fand erst einmal nichts, keinen Frühling, keine Vorboten, mit vielleicht einer Ausnahme: Hund Emma erwachte aus dem Winterschlaf, um sogleich von der Frühjahrsmüdigkeit überwältigt zu werden.


Die Kamera wurde daher für Wochen zu meinem ständigen Begleiter, und siehe da, bald traf ich auf die ersten zarten Vorboten des Frühlings 2015.

Der Gemüseladen um die Ecke stellte Töpfe mit Tulpen, Krokussen und Narzissen vor die Tür,


Schneeglöckchen schauten aus dem Boden,


auf dem Balkon zeigten sich die ersten Überlebenden des Winters 2014/2015,



und im Jenischpark öffnete Ralphs - der Kiosk meines Vertrauens - seine Pforten und am vergangenen Sonntag war es warm genug, um in eine dicke Decke gehüllt, die erste der besten Weißweinschorlen im Freien zu genießen.


All das deutete schon auf den nahenden Frühling hin. Seit Montag aber ist es amtlich: Der Frühling 2015 steht in den Startlöchern!

Ich ging mit tief in das Gesicht gezogener Mütze, Hände gegen die Kälte in die Jackentaschen gestopft, vom Bahnhof nach Hause, kreuzte die Große Brunnenstraße und kurz darauf fiel mein Blick auf das Schaufenster des Lädchens, in dem noch vor drei Wochen die letzten Lebkuchen verkauft wurden.

Und was stand da?




Der Eisladen ums Eck, die Eisliebe, startet heute in die Eissaison 2015.

Mehr Frühlingsvorbote geht nicht!

Es wird also Zeit, langsam mit den Vorbereitungen für den Feldversuch 2015 zu beginnen.

Genügend Saatgut hat sich in den letzten Wochen und Monaten ja schon angesammelt, da ich nur sehr schwer an den hübschen bunten Samentütchen vorbeikomme. Ihr erinnert euch vielleicht noch an den Kaufrausch, der mich Ende Oktober in der Petersham Nursery in Richmond/London überkam.




Der Feldversuch 2015 startete daher mit dem Erwerb eines Karteikastens, in dem die vielen Tütchen verstaut wurden und dort nun auf ihren Einsatz warten.



In einem nächsten Schritt habe ich das Gartenjournal hervorgeholt und das Ergebnis unseres ersten Saisongarten-Feldversuch-2015-Meetings darin verzeichnet.



Wir werden einige Gemüsesorten vorziehen:

Brokkoli, Tomaten, Grünkohl, Gurken, Kürbis.

Wir werden unsere Parzelle sehr gut umgraben, versuchen, alle alten Rübenreste zu entfernen und den Boden der gesamten Parzelle gut auflockern. Das wird dauern, denn in diesem Jahr dürfen wir nicht 40 qm, sondern 80 qm unser Feld nennen.

Wie werden nicht vor der 2. Aprilwoche mit der Aussaat auf dem Feld beginnen. Den Start bei der Direktsaat machen dabei:

die Dicken Bohnen, der Wirsingkohl, die Radieschen und die Pastinaken.

Mitte April folgen die Setzkartoffeln, die wir am vergangenen Sonntag bestellt haben.

Soviel für heute vom Feldversuch 2015. Mehr wird nicht verraten, sonst werden euch meine Feld-Posts noch langweilig.

Verraten aber kann ich, dass die Feldküche geöffnet hat.

Als Vorboten für das erste Picknick im Frühling gibt es

 Tourtelets de Rethel
Schweinefleischpasteten mit Hefeteig


Was man braucht

Für den Teig

1/2 Würfel Hefe
1/2 Tl Zucker
125 gr. Mehl
1 Ei
65 gr. weiche Butter
Salz
lauwarmes Wasser

Für die Füllung

350 gr. mageres Schweinefleisch
175 gr. Weißbrot vom Vortag
2 Eier
125 ml Milch
Muskatnuss
Butter für die Förmchen
1 Ei für die Glasur
Salz
Pfeffer

Wie man es macht

Hefeteig

In einer Schüssel Hefe mit dem Zucker in ungefähr einer halben Tasse lauwarmen Wasser auflösen. Schüssel abdecken und die Hefe für 15 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

In einer zweiten Schüssel das Mehl mit etwas Salz vermischen. Eine Mulde in der Mitte des Mehls bilden. Das Ei und die weiche Butter in die Mulde geben. Die Hefemischung ebenfalls in die Mulde geben und alles mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Das dauert mindestens 5 Minuten.

Den Teig zu einer Kugel formen, in eine saubere Schüssel geben, mit einem Tuch abdecken und für ca 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

Danach den Teig aus der Schüssel nehmen, in Frischhaltefolie wickeln und für mehrere Stunden in den Kühlschrank legen (Gemüsefach).

 

Füllung

Das Schweinefleisch in Würfel schneiden und durch den Fleischwolf drehen.

Milch erhitzen und wieder etwas abkühlen lassen. Das Weißbrot in Würfel schneiden.

Fleisch in eine Schüssel geben. Eier, Milch und Brotwürfel zum Fleisch geben. Mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss würzen und zu einem homogenen Teig verarbeiten. Füllung in Frischhaltefolie wickeln und ebenfalls für mehrere Stunden in den Kühlschrank geben.



Fertigstellung

Teig und Füllung aus dem Kühlschrank nehmen. Teig durchkneten, wieder zu einer Kugel formen und 1 Stunde gehen lassen. Füllung bei Zimmertemperatur ruhen lassen. 

6 kleine Auflaufförmchen sehr gut buttern.

Teig in zwei ungleiche Portionen (2/3 und 1/3) teilen. Die 2/3-Portion dünn ausrollen und 6 Kreise ausstechen. Diese Kreise müssen größer sein als der Durchmesser der Auflaufformen. Die 1/3 Portion ebenfalls ausrollen. 6 Kreise im Durchmesser der Auflaufformen ausstechen, das werden die Teigdeckel.

Ofen auf 200°C vorheizen.

Die Auflaufformen mit den größeren Teigkreisen auslegen. Der Teig muss über den Rand der Form hinaushängen. Füllung in 6 Portionen teilen und auf den Teig in die Auflaufformen geben.

Das Ei verkleppern.

Die kleineren Teigkreise auf die Füllung legen. Den Rand der Teigdeckel mit dem Ei bestreichen und nun den überhängenden Teil des großen Teigkreises - mit dem die Form ausgelegt ist - auf den Teigdeckel legen und so mit dem Teigdeckel verbinden, dass eine schöne kleine Pastete entsteht. Ihr müsst ausprobieren, wie das für euch am besten geht. Gut klappt es, wenn man Gabel nimmt und den überhängenden Teil des Auslegeteigs mit den Zinken auf den Teigdeckel drückt. Meine kleinen Teigdeckel waren etwas zu groß und die Teigkreise zum Auslegen der Formen etwas zu klein, sodass ich den Teigdeckel seitlich in die Formen zwischen Auslegeteig und die Form gesteckt habe. Ging auch.

Wenn die Pasteten fertig gebastelt sind, in die Mitte der Teigdeckel je ein kleines Loch bohren, damit der Dampf entweichen kann.

Pasteten mit dem restlichen Ei bestreichen. In den Ofen geben und für 30 Minuten backen.

Vor dem Servieren 5 Minuten ruhen lassen, wenn ihr sie warm serviert.

Die Pasteten schmecken aber auch kalt sehr gut und sind dann nette kleine Begleiter für das erste Frühjahrspicknick.

 

Bis ganz bald!


Bis dahin, schaut der Parade zu und lasst die tollen Blogs an euch vorbeiziehen!

22.2. Mira Dilemma23.2. Nataschas Kreativwelt 24.2. Moppis Blog 25.2. Jabelchen 26.2. Hamburger Allerlei 27.2. Kielfelder 28.2. Himmelsblau.org 1.2. Vienista 2.3. JuliCosmetics 3.3. Live every Moment 4.3. Imaginary Lights 5.3. Mademoiselle Moment 6.3. The inspiring Life 7.3. The seriousness of red lipstick 8.3. PlannerPassion 9.3. Rabeas Beauty Tipps 10.3. Wandelbar 11.3. Süchtig nach... 12.3. Chamy 13.3. Im Kopf eines Bookaholic 14.3. Lichtmalerei 15.3. Sonnenstrahlenmomente 16.3. Valeriannala 17.3. Heldenwetter 18.3. Carotellstheworld 19.3. Sylvana Graeser 20.3. Jellybean Buttercream

Dienstag, 17. Februar 2015

Da kommt was!


Mit etwas Glück ist er bald vorbei, der Winter  2014/2015, der bei uns in Hamburg nicht wirklich ein Winter war, und der hoffentlich auch keiner mehr wird.

Wer bis zum offiziellen Start des Frühlings am 20. März 2015, 23:45 MEZ, nicht mehr warten will, den laden wir ein, zum großen Défilé zur

-  Blogparade Frühlingsvorboten -

Image Map

27 Blogger, 27 Posts zum Frühling, über den Frühling und um den Frühling herum.
Los geht es am 22. Februar 2015 und der letzte Blogger zieht am 20. März 2015 an Euch vorbei.

Das HamburgerAllerlei stellt seine Frühlingsvorboten am 26. Februar 2015 vor, berichtet über den Start des Feldversuchs 2015 und wirft wieder einen Blick in die Feldküche.

Es gibt Gerüchte, dass in der Feldküche bereits die ersten Picknick-Snaks produziert werden!

Lasst Euch überraschen!




Sonntag, 15. Februar 2015

Stille Wasser - Winter auf Sylt



So rau und wild der Winter am Weststrand von Sylt ist, so still und sanft kommt er an manchen Tagen auf der Wattenseite der Insel daher.

Sanftes Licht das Wasser und Land in einen silbernen Schleier hüllt. Strände, menschenleer und jetzt fast unberührt. Stimmung und Wetter ändern sich mit einem Wimpernschlag. Schien eben noch die Sonne, kriecht gleich darauf der Nebel über das Land.



Glaubten Mensch und Hund eben noch, der Frühling würde schon einmal ganz vorsichtig über den Horizont schauen, sind sie sich gleich darauf sicher, dass das doch der Winter war, den sie da gesehen haben.


Im Winter auf Sylt erholen sich nicht nur Mensch und Hund ganz prächtig, auch die Insel selber verschnauft und regeneriert sich vom Trubel der Weihnachtstage und von der Silvester-Invasion. Von Anfang Januar bis zum 21. Februar - an diesem Tag wird Biike gefeiert, und das mit vielen Gästen - fällt Sylt in den verdienten Winterschlaf. Kaum ein Restaurant hat geöffnet, viele Läden sind geschlossen oder öffnen nur von Donnerstag bis Samstag und an diesen Tagen auch nur am Nachmittag. Kurz und knapp, es ist absolut nichts los.

Es ist herrlich! Da man gar nichts anderes machen kann, als entweder gemütlich auf dem Sofa sitzen und lesen oder spazieren gehen, entdecken selbst alte Sylt-Hasen wie ich, Ecken, in denen sie noch nicht waren und spazieren auf Wegen, die sie in 40 Jahren noch nicht gegangen sind.

Und auch wenn es so schön ist, diese Wanderung zu machen, ohne auch nur einen einzigen Menschen zu treffen, will ich sie Euch doch kurz vorstellen, meine Sylt-Neuentdeckung, die Tour am stillen Wasser.

Die Tour beginnt in List, Deutschlands nördlichsten Ort, dem Ort in dem wir im Januar für 12 Tage ein wunderschönes Quartier bezogen hatten. Reetdachhaus, Blick über die Heide auf die Wanderdünen, absolute Ruhe, eigene Sauna im Haus, Weißwein im Kühlschrank und eine kleine feine Feldküche.



Eigentlich hätte man gar nicht rausgehen müssen, aber Hund Emma ist da sehr eindeutig, spätestens zwei Stunden nach dem Frühstück will sie raus und die Menschen müssen mit.

Also zurück zur Tour. Wer sie gehen möchte, fährt mit dem Bus der Linie 1 bis zur Haltestelle Dünenstraße, geht nach rechts, vorbei am Supermarkt immer die Straße entlang bis zur Promenade. Leider endet die Promenade genau hier. Es geht daher nicht auf die Promenade, sondern in Richtung Süden ein kleines Stück hinter den Häusern entlang. Nach ungefähr 200 Metern führt dann ein schmaler Weg wieder auf die Promenade. Auf dieser geht man weiter nach Süden bis zum Restaurant L.A. Sylt


Die Promenade endet hier nun endgültig und so heißt es ab auf den Strand, dem man folgt, bis man nasse Füße bekommt. Ist das Ende des Strandes erreicht, wird es ein ganz ein klein wenig abenteuerlich, denn nun muss man auf den Deich krabbeln und diesen auf einem inoffiziellen kleinen Trampelpfad folgen.



In der Ferne sieht man schon den nächsten kurzen Strand. Wir waren so frei und sind über den Strand und an dessen Ende rechts hoch über einen weiteren Trampelpfad zwischen Reetdachanwesen hindurch in Richtung Hauptstraße gegangen. Ich fürchte, das geht so nur in der absoluten Nebensaison, wenn die Häuser nicht bewohnt sind, da wir - wir bitten um Entschuldigung - zwei bis vielleicht vier Schritte über Privatgrund gehen mussten.


Wer sich absolut regelkonform verhalten will - und dazu müssen wir natürlich raten - geht entweder gleich am Ende des Deiches rechts auf einem Weg durch die Salzwiesen bis zur schmalen Teerstraße und auf dieser weiter in Richtung Süden oder er genießt den Strand und geht zurück zum Weg durch die Salzwiesen und zur Teerstraße.

Ich würde auf jeden Fall ein Stück über den Strand gehen und die Blicke über das Wattenmeer und die Dünenlandschaft genießen. Beide entschädigen für den kleinen Umweg.



Die schmale Teerstraße kreuzt nach ca 15 Minuten die Hauptstraße. Hier lohnt es sich, nicht nur auf den Verkehr zu achten, sondern auch einen Blick auf die Wanderdünen zu werfen. Wer noch ganz viel Puste hat, der kreuzt die Hauptstraße an der Ampel geht ein kleines Stück nach rechts über den Bohlenweg auf den Dünenkamm und wird mit einem fantastischen Blick über die wunderbare und einzigartige Dünenlandschaft belohnt.

Geht man die Tour im Sommer, sollte man dem Bohlenweg durch die Dünen bis an den Weststrand folgen und am Strand entlang bis nach Kampen gehen.

Diese Variante ist auch im Winter sehr schön. In der kalten Jahreszeit aber lohnt es sich, von der Düne wieder hinabzusteigen und der alten Inselbahntrasse durch die Dünen zu folgen. Die Trasse ist als Fahrradroute nach Kampen und Westerland ausgeschildert. Wer an der Ampel vorbei weiter Richtung Süden geht, kann den Weg nicht verpassen. Jetzt im Winter klingeln einen nur ganz selten Fahrradfahrer zur Seite. Im Sommer ist die Inselbahntrasse für Fußgänger die Vorhölle. Man könnte dann den Eindruck bekommen, zu Fuß gehen sei unter Strafe gestellt worden.


Eine gute Stunde lang geht man durch die Dünenlandschaft in Richtung Kampen. Wem es auf der Trasse zu langweilig wird, der kann an mehreren Stellen Wegen ans Meer folgen und hart am Wind den Weg nach Kampen fortsetzen.

Genau dann, wenn einem der Gedanke beschleicht, dass es doch auch ganz nett wäre, mal wieder was anderes als mit Heide und Dünengras bewachsene Sandgnubbel anzuschauen, schaut rechts ein kleiner Leuchtturm aus den Dünen hervor. Nichts wie hin.



Der Leuchtturm ist gar kein Leuchtturm, sondern ein Quermarkenfeuer. Hier, nördlich der Sturmhaube, steht das Quermarkenfeuer "Rotes Kliff" das von 1913 bis 1975 in Betrieb war.

Quermarkenfeuer arbeiten grundsätzlich mit anderen Seezeichen zusammen und unser pussierlicher Freund war der kleiner Helfer vom "großen" Leuchtturm der zwischen Kampen und Braderup in der Braderuperheide steht.  Querkmarkenfeuer geben an, ab welcher Position ein Kurswechsel stattfinden muss bzw. ab wann das Schiff von einer Richtfeuerlinie (die sendet der "große" Leuchtturm) auf eine andere übergehen sollte, um im sicheren Fahrwasser zu bleiben. Da die Unterhaltung von Quermarkenfeuern keineswegs billig ist, werden diese kleinen Helfer heute meist in Rente geschickt. Die von den "großen" Leuttürmen gesendeten Richtfeuer erklären die Kursänderung meist selbst.

1975 wurde daher auch das Quermarkenfeuer "Rotes Kliff" außer Betrieb genommen. Die Gemeinde Kampen kaufte den kleinen Leuchtturm, um ihn als Wahrzeichen zu erhalten. 2013 wurde er vollständig saniert.

Wer bis hier der Inselbahntrasse gefolgt ist, sollte sich noch ein kurzes Wegstück am Weststrand gönnen. Am Querkmarkenfeuer führt ein Bohlenweg durch die Dünen an den Strand. Aufgrund der starken Stürme im Januar 2015 war der Weg fast vollständig versandet und



 am Hauptstrand von Kampen stand die Holzpromenade nur noch auf sehr wackeligen Füßen.



In Kampen endet die Tour. Vom Strand aus geht man an der Sturmhaube vorbei in den Ort und lässt sich mit dem Bus zur Feldküche fahren. Seeluft macht hungrig und die Feldköche haben für die eifrigen Wanderer bestimmt schon etwas vorbereitet.

Aus unserer Feldküche gab es eine




Was man braucht

250 gr. Weizenmehl
125 gr. kalte Butter
Salz
1 Ei
1 Tasse Eiswasser

300 gr. durchwachsenen Speck
4 große Zwiebeln
2 Eier
1 Becher Schmand
Muskatnuss
Kümmel
Salz
Pfeffer

Wie man es macht

Butter in kleine Stückchen schneiden. Mehl in eine Schüssel sieben, Butterstückchen hinzugeben und schnell miteinander zu einem krümeligen Teig verarbeiten. Eine Prise Salz und das Ei hinzugeben und vorsichtig etwas von dem Eiswasser dazugeben - mit wenig anfangen und ggf. noch etwas mehr Wasser nachgießen. Schnell mit den Händen zu einem festen, glatten Teig verkneten. Teig zur Kugel formen, in Folie wickeln und für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen.




Zwiebeln in kleine Würfel schneiden. Speck in eine Pfanne geben und auf mittlerer Hitze anbraten, sodass das Fett austritt, der Speck aber noch nicht bräunt. Zwiebeln hinzugeben und die Hitze erhöhen. Zwiebeln und Speck braten, bis sie leicht gebräunt sind.

Schmand mit den Eier verrühren. Frisch geriebene Muskatnuss, Salz, Pfeffer und den Kümmel zur Schmand-Eier-Mischung geben. 

Ofen auf 180°C vorheizen.

Teig dünn ausrollen. Eine Tarteform fetten und den Teig in eine Tarteform geben und mit einer Gabel mehrfach einstechen. Backpapier auf den Teig legen und den Teig erneut für 15 Minuten in den Kühlschrank geben. Nach den 15 Minuten Teig aus dem Kühlschrank nehmen und getrocknete Erbsen auf das Backpapier legen und die Tarteform für 15 Minuten in den Ofen geben.

Aus den Ofen nehmen, das Backpapier und die Erbsen entfernen.

Zwiebeln und Speck auf dem Boden verteilen. Die Schmand-Eier-Mischung darüber geben.

Wer mag, kann noch etwas Käse, z.B. Gruyer über die Tarte reiben.

Tarte im Ofen ca. 30 -35 Minuten backen. 





Der Boden ist ein klassischer Tarteboden. Der Belag krönt sonst meinen Zwiebelkuchen vom Bleich mit Hefeboden. Die Kombination entstand, da ich vergessen hatte, Hefe zu kaufen.
Das Ergebnis war mmmhhhh ..... .

Bis ganz bald.


Sonntag, 1. Februar 2015

Die Gärten des Meeres

Hund Emma war am Meer und die Feld-Damen haben sie begleitet.



12 herrliche Tage auf Sylt. 12 Tage mit Sturm, Sonne, Regen, Schnee, Kälte und Luft, die einen ganz, ganz, ganz kleinen Hauch von Frühling über das Meer schickte.

Es war mal sonnig,


mal neblig


mal kalt, 



mal mild


genug für ein ausgedehntes Spiel am Strand.

Es war sehr schön und nun wird es Zeit, den Blog wieder Richtung Feld auszurichten. Aber wie soll das gehen, wenn noch mindestens sechs Wochen vergehen werden, bis wir den Acker übergeben bekommen und den Feldversuch 2015 starten?

Hund Emma und ihre Nase haben uns darauf gebracht. Es muss im Meer Gärten geben, ganz klar. Woher sollen sonst all die schönen Sachen kommen, die man als Terrier am Strand findet und mit denen man sich so herrlich parfümieren kann.


All die Muscheln und Seesterne können ja nicht einfach so im Wasser herumschwimmen


 und offensichtlich ist auch jeden Tag jemand am Strand unterweges, um die Ernte einzubringen.


Und unser Verdacht wurde bestätigt. In der Nordsee gibt es Felder und die werden von den Bauern des Meeres bestellt.

Bauern des Meeres, so nennen sich die Muschelfischer auf Sylt und Föhr.

Wilde Miesmuschelbänke dürfen in Deutschland seit rund 20 Jahren von den Fischern nicht mehr abgeerntet werden. Die Muschelfischer müssen daher die Muscheln erst eimal säen, bevor sie diese später ernten können. Im Frühjahr schleppen die Fischer an Stahlbügeln aufgehängte Netze, die sogenannten Dregen, einmal über den Meeresboden und die Muschelbänke. Dabei sammeln sie die winzigen Besatzmuscheln ein. Die Winzlinge sind gerade eimal so groß wie Kaffebohnen.  Die Muschelfischer legen die gefangenen Wildmuscheln auf ruhiger gelegenen Kulturflächen im Wattenmeer aus. Da die Minimuscheln durch die Dregen von einander getrennt wurden, haben sie auf den angelegten Muschelbänken mehr Platz zum Wachsen. Die Muschelsetzlinge verankern sich mit ihren Byssusfäden fest am Meeresboden. Das flache Wattenmeer ist das ideale Ackerland für die Bauern des Meeres. Ab einer Tiefe von 10 Metern wird es Miesmuscheln nämlich zu dunkel. Nach zwei Jahren sind die Muscheln etwa 5 Zentimeter lang und reif genug für die Ernte.



Vor der deutschen Nordseeküste gibt es noch 10 Betriebe die mit 13 Kuttern nach Miesmuscheln fischen und die haben es nicht leicht, denn die Bestände an Besatzmuscheln gehen stark zurück. In den Jahren 2006 bis 2008 fingen die Fischer keine tauglichen Besatzmuscheln. Die Naturschützer machen eine Überfischung für den Rückgang verantwortlich. Aber dies allein ist wohl nicht der einzige Grund für das Verschwinden der Muschelbabys. Ein weiterer Grund sind die warmen Winter. Sind die Winter warm, überleben die Räuber der kleinen Muscheln, wie Seesterne und Krabben in größerem Ausmaß und machen den Muscheln und den Fischern das Leben schwer. Die Räuber futtern die Jungmuscheln auf. Gut für die Seesterne, schlecht für die Fischer.

Die Muschelfischer importierten daher bis zum Erlass eines Importverbots Jungmuscheln aus Großbritannien und Irland. Der Import war jedoch unprofitabel: Bis zu 60 Cent mussten die Fischer für ein Kilo Jungmuscheln zahlen. Zehnmal mehr im Vergleich zur selbstgeerneteten Jungmuschel.

Seit dem Importverbot für Besatzmuscheln setzen die Muschelfischer vor Sylt auf eine neue Methode. Im Jahre 2012 wurde vor Hörnum eine - Achtung Wort unbedingt für Scrabble merken - Saatmuschelgewinnungsanlage errichtet. Die Anlage funktioniert so: Wenn Krebse und Seesterne die Jungmuscheln am Meeresboden wegfressen, muss man verhindern, dass sie da hin kommen. Man muss die Jungmuschellarven also fangen, solange sie noch schwimmen. Erspart einem auch das Umpflügen des Meersbodens. Die sog. "Smart-Farm" ist ein riesiges Netz, das an einer ca. 130 Meter langen schwimmenden Kunststoffröhre im Meer hängt. An diesem künstlichen Riff siedeln sich die schwimmenden Jungmuschellarven an und verankern sich mit ihren Haftfäden. Nach einigen Monaten werden die Besatzmuscheln abgeerntet und auf dem Meeresacker ausgesetzt. Sechs bis acht Tonnen haben die Fischer bist jetzt je Netz geerntet. 110 Netzt sind ausgelegt.

Ob man zukünftig allein auf die Gewinung von Jungmuscheln aus Smart-Farmen setzten kann ist jedoch fraglich. Die Anlagen sind teuer. Allein ein Netz kostet 35.000 Euro und man kann nie sicher sein, dass die Muscheln sich wirklich ansiedeln. Orkane können die Netzte zerreißen und Naturschützer klagen gegen die Smart-Farmen.

Bauer des Meeres zu sein und einen Garten des Meeres zu bestellen scheint mir sehr viel mühsamer, als unser Feld zu bestellen. Wir bleiben daher an Land und öffnen für Euch die

Feldküche.

Es gibt was aus den Gärten des Meeres:

Miesmuscheltopf
mit
Curry-Weißwein-Soße


Was man braucht

Für den Muscheltopf

60 gr Butter
2 Zwiebeln
2 Karotten
2 Stangen Lauch
2 kg frische Miesmuscheln küchenfertig
400 ml Weißwein
200 ml Gemüsebrühe
4 EL Muschelgewürz
400 ml Sahne
etwas Speisestärke
Salz
Pfeffer
frisch gepresster Zitronensaft.

Für das Muschelgewürz

12 getrocknete Lorbeerblätter fein zerkrümelt
3 TL Currypulver
9 Pimentkörner
5 Gewürznelken
1 1/2 TL mildes Paprikapulver
1 1/2 TL gemahlener Pfeffer



Wie man es macht

Muschelgewürz

Alle Gewürze in einer Schüssel vermengen. In ein Gewürzglas füllen. Sich daran freuen, dass es so einfach herzustellen ist und so hüsch bunt aussieht. 4  EL für den Muscheltof abnehmen.

Muscheltopf

Mucheln für mindestens eine halbe Stunde in kaltes Wasser legen. Wasser abgießen. Muscheln abspülen. Die Muscheln öffnen sich in dem kalten Wasser. Muscheln daher nach dem Abspülen für 15 Minuten an einen kalten Ort stellen, damit sie sich wieder schließen. Muscheln sortieren, offene wegwerfen.

Butter in einem großen Topf zerlassen. Zwiebel würfeln und Karotten in feine Streifen schneiden (ich bin ja von Natur aus faul und schneide mit dem Sparschäler feine Streifen) und mit dem in Ringe geschnittenen Lauf anschwitzen.

Geschlossene Muscheln in den Topf zum Gemüse geben, mit dem Weißwein ablöschen und mit der Gemüsebrühe auffüllen. Muschelgewürz hinzugehen, dann den Topf abdecken. Muscheln 4 Minuten kochen. Topf an den Griffen festhalten und den Topf hin- und herschwenken. Dabei müssen sich die Muscheln öffnen. Nach dem Schwenken noch einmal 2 Minuten kochen und wieder schwenken.

Muschelsud durch ein Sieb in einen Topf gießen, Sahne hinzufügen und aufkochen. Speisestärke mit etwas kalten Wasser anrühren und den Fond damit abbinden. Mit Salz, Pfeffer und Zitornensaft abschmecken.

Muscheln die sich beim Kochen nicht geöffnet haben wegschmeißen, sie sind verdorben und dürfen nicht gegessen werden. Geöffnete Muscheln in tiefe Teller geben. Etwas Fond darüber geben. Den restlichen Fond in kleine Schälchen füllen und dazu reichen. 

Dazu schmecken Baguette mit Knoblauchbutter und ein Glas gut gekühlter Weißwein.

Menge reicht für 4 Personen



Lasst es Euch schmecken und schaut bald wieder bei uns vorbei.

 Es gibt noch mehr zu berichten von den vielen Wegen auf Sylt und vom Rest der Welt!