Dienstag, 21. April 2015

Es geht voran - Grüne Franzosen in Hamburg

Ja, es geht voran und ja, es gibt Grüne Franzosen in Hamburg. Zu den Grünen Franzosen später mehr, erst einmal geht es aufs Feld.

Das zweite Wochenende auf dem Feld liegt hinter uns.

Die schmerzenden Rücken, die uns das Feld in der vergangenen Woche beschert hatte, waren am Sonntag wieder gelockert und das Feld-Yoga konnte in die nächste Runde gehen.

Ich nenne die Übung - Gruß an den Wirsing.


Aber nicht nur das Bauch-Beine-Po-Training macht Fortschritte. Das Feld nimmt langsam Gestalt an.
Die Kohlrabi-Setzlinge haben ihre ersten Nächte im Freien gut überstanden.

 
Spinat, Wirsing, Möhren, Dicke Bohnen, Salat und Rote Rüben haben sich zum Kohlrabi und Mais gesellt und dank der wirklich schönen Schilder, die mir unser Freund und Feldnachbar Klaus zum Geburtstag geschenkt hat, kann die Aussaat in diesem Jahr auch nach einer Woche noch identifiziert werden.

Ein leichtes Lächeln umspielte die Mundwinkel der Feld-Damen, als auf einem der Nachbarfelder die  Feld-Frischlinge der Saison 2015 über ihren Acker marschierten und man die Rufe hörte: Schatz, war das hier der Spinat oder waren das die Möhren? Und schau mal, da kommt schon was. Waren das die Bohnen oder Salat?

Bei uns bleibt in diesem Jahr nichts dem Zufall überlassen, da wird markiert und katalogisiert, was das Feld hält.

Nach nur einer Woche sieht das Feld dank der vielen, ein ganz klein wenig an Holzkreuze erinnernden Schilder, aus wie die letzte Ruhestätte des deutschen Ackerbaus. Aber was soll´s ich möchte nicht wieder drei Reihen Pastinaken auf dem Feld haben, nur weil wir uns absolut nicht mehr daran erinnern können, wo die verdammten Dinger denn nun gesät wurden, vermuten, dass sie da oder vielleicht dort sein müssten, aber wohl nicht keimen. Dann erst eine und dann noch eine weitere Reihe aussäen und nach drei Wochen sodann die erste, dann die zweite und letztlich auch die dritte Reihe Pastinaken das Licht des Felds erblicken.


Am kommenden Wochenende wird der Sauerampfer, den ich am Samstag auf dem Bio-Markt in Ottensen erstanden und dann gleich mal auf dem Balkon vergessen habe, den Weg auf das Feld finden und wir werden sehen, ob unsere Zeltkonstruktionen zum Schutz der Setzlinge gegen Hase, Reh und Schnecke Wirkung zeigen.

Schick sehen sie auf jeden Fall aus, unsere Flieszelte, und welcher Kohlrabi kann schon von sich sagen, er habe ein verkehrsgünstig gelegenes Eigenheim in Hamburg. Das kann nur ein Kohlrabi aus einem Urban-Garden! Wo diese Stadtgärten - außer auf unserem Acker in Hamburg Eidelstedt -  in der Republik noch so zu finden sind, erfahrt ihr von Alexandra, die einen tollen Artikel über dieses Thema verfasst und auf der Seite von bauen.de veröffentlicht hat.



Wenn das Wetter so sonnig und mild bleibt, können bald die Feld-Früchte umziehen, die noch in der Feld-Küche auf ihren Einsatz warten: Gurken, Brokkoli, Aubergine.

Die Gurken mussten bereits in größere Töpfe umgepflanzt werden. Die Anzuchttöpfe hatten sie mit ihren Wurzeln gesprengt. Der Brokkoli dümpelt ein wenig vor sich hin und will nicht so richtig loslegen. Ich fürchte, der gute braucht entweder auch noch mehr Erde oder er muss in den Boden. Die Aubergine mag es gern sehr warm und sonnig und darf noch bis Ende Mai in der Feld-Küche bleiben.



Nicht in der Küche bleiben durften die feinen Gebäckstücke, die ich am Samstag für den Feld-Einsatz gebacken habe.

Es gab die Abwandlung einer Hamburger Spezialität, es gab Spinat-Franzbrötchen

Franzbrötchen sind von Natur aus zimtig, süß und lecker und eine Hamburger Spezialität. Da euch die Feldküche gern einmal wieder eine typisch hamburgische Speise servieren wollte, kam mir diese feine "Schweinerei" in den Sinn. Aber wollen wir wirklich etwas Süßes auf dem Feld essen und muss nicht der Spinat, der seit Tagen ein trauriges Dasein in der Gemüseschublade fristet, weg? Antwort auf Frage 1: nein. Antwort auf Frage 2: ja.

Schlussfolgerung, es gibt herbe Franzbrötchen, es gibt Spinat-Franzbrötchen, also Grüne Franzosen.

Woher das Franzbrötchen seinen Namen hat, kann heute niemand mehr sagen. Recht wahrscheinlich ist es, dass die zimtige Sünde ihren Ursprung in der Hamburger Franzosenzeit hat. Die Hamburger Franzosenzeit begann mit der Besetzung der Stadt am 19. November 1806 durch Napoléon Bonaparte. Napoleon verfolgte damit das Ziel, eine Wirtschaftsblockade gegenüber England durchzusetzen. Zum 1. Januar 1811 wurde Hamburg dem französischen Kaiserreich einverleibt und zur Hauptstadt des Départements des Bouches de l'Elbe ernannt. Was für einen Frankreich-Liebhaber wie mich sehr nett klingt, war für die Stadt ein Desaster. Viele Firmen gingen in der Folge des Handelsboykotts bankrott, die Folgen waren Arbeitslosigkeit und Armut in der Bevölkerung. Da aber auch die unbeliebtesten Besatzer essen müssen, haben die Bäcker angefangen, Baquette zu backen, das sie Franzbrot nannten. Als ein experimentierfreudiger Hamburger Bäcker das Franzbrot in der Pfanne mit Zucker und Zimt briet, soll so das Franzbrötchen entstanden sein.

Und als dann eine experimentierfreudige Feld-Dame im Jahre 2015 eine Tüte Spinat in der Gemüseschublage ihres Kühlschranks entdeckte, servierte die Feldküche ab sofort

Spinat-Franzbrötchen



Was man braucht

500 gr. Weizenmehl
1/2 Würfel Hefe
100 ml lauwarmes Wasser
1 Prise Zucker
2 Tl Salz
2 Tl Olivenöl

300 gr. Spinat
1 Becher Ricotta
100 gr. Peccorino
1 kleine Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
1 Prise Muskatnuss
1 Tl Olivenöl
Salz
Pfeffer

150 gr. Butter

3 Tl grobes Meersalz

Wie man es macht

Die Hefe im Wasser auflösen und Zucker zugeben. Für 15 Minuten gehen lassen. Mehl mit dem Salz, dem Olivenöl und der Hefemischung vermischen und zu einem homogenen Teig verkneten. Ich vermische die Zutaten zunächst mit dem Handrührgerät und knete den Teig dann für 10 Minuten mit den Händen. Teig zu einer Kugel formen und in einer leicht eingeölten Schüssel 1 Stunde gehen lassen.


In der Zwischenzeit den Spinat waschen und hacken.  Er muss nicht ganz trocken sein.

Zwiebel schälen und in kleine Würfel schneiden. Peccorino reiben. Knoblauch hacken. Zwiebel in dem Olivenöl glasig dünsten, Spinat dazugeben und mit dem Wasser, das aus dem Spinat austritt, andünsten, bis der Spinat zusammengefallen ist. Mit Salz und Muskatnuss abschmecken und noch 2 Minuten dünsten.

Spinat etwas abkühlen lassen, dann mit dem Ricotta und dem Peccorino und dem Knoblauch mischen, ggf. noch etwas salzen.



Den aufgegangenen Teig noch einmal kneten und zu einem Rechteck ausrollen. Der Teig sollte 1 cm dick ausgerollt werden.

Die Spinatmasse auf dem Teig verteilen und den Teig von der langen Seite her aufrollen.

Teigrolle in 8 gleiche Stücke teilen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Die Teigstücke jeweils in der Mitte mit dem Stiel eines Kochlöffels eindrücken, so dass an den Seiten "Schnecken" entstehen.



Die Teiglinge noch einmal für 30 Minuten gehen lassen. 

Butter schmelzen.

Die Spinat-Franzbrötchen mit der Hälfte der Butter bestreichen und für ca. 20-25 Minuten im 180°C heißen Ofen (Ober-/Unterhitze) backen. Dabei eine feuerfeste Schale mit Wasser unten in den Ofen stellen. Der Dampf macht die Franzbrötchen schön weich und locker.

Wenn die Spinat-Franzbrötchen goldgelb sind, aus dem Ofen nehmen und noch heiß mit der restlichen Butter bestreichen.

Lasst die Franzbrötchen nicht zu lange im Ofen, sonst werden sie hart. 

Mit groben Meersalz bestreuen.



Wenn ihr kleinere Franzbrötchen haben möchtet, schneidet einfach kleinere Teigstücke aus der Rolle und denkt daran, dann die Backzeit zu verringern.

Die Grünen Franzosen waren köstlich und haben sich in Frischhaltefolie gewickelt 3 Tage gut gehalten.

Bon Appetit!


Dienstag, 14. April 2015

Neues Spiel, neues Glück

Wir dürfen vorstellen:

Das Feld 2015!


Am vergangenen Wochenende ist der Feld-Versuch in die zweite Runde gegangen. 

Was ist anders in diesem Jahr? 

Es sind 80qm statt 40qm zu bestellen. Wir wissen, dass man die Saat nicht einfach einbuddeln kann, sondern erst mal schön den Acker umgraben muss, und wir wissen, dass man besser immer ein feines Picknick mit auf das Feld nimmt, weil Feldarbeit sehr, sehr hungrig macht.

Wir sind in diesem Jahr doch auch schon ziemlich sicher, dass aus den ersten zarten Setzlingen einmal prächtige Pflanzen werden. Nur wird mit Hund Emma noch ein Gespräch über die Umverteilung von Setzlingen zu führen sein. Ihre und unsere Vorstellungen über die Verteilung der Feld-Früchte sind noch etwas konträr.


Also auf geht´s kommt mit uns aufs Feld und begleitet uns durch den Feld-Versuch 2015.

Erste Aufgabenstellung: Feld umgraben.

Problemstellung: Wie lange braucht man, um 80 qm umzugraben.

Hypothese: Ach das machen wir mal eben.

Beantwortung der Hypothese: Von wegen mal eben so.

Ergebnis: 6 Stunden und zwei schmerzende Rücken.


 
Nach der sorgfältigen Vorbereitung der Ackerkrume bezogen die ersten Probanten das Feld:

Mais - Setzlinge, selbst gezogen -
Kohlrabi - Setzlinge gekauft -
Pastinaken - Direktsaat -. 

Schauen wir mal was das wird. 


Hund Emma wacht auf jeden Fall auch in diesem Jahr über ihr Feld. Den Feldmäusen daher zur Warnung: Macht Euch besser aus dem Staub!


Gegen staubige Kehlen gabt es nach der Feld-Arbeit einen guten Kaffee und ein Stück vom Hefezopf. 

Wo kam der wohl her? 

Richtig aus der Feldküche. Hier also,
Hefezopf
für 
Feld-Damen-und-Herren 




Was man braucht: 
 
1 Ei, 
500 g Weizenmehl Typ 405, 
1 Hefewürfel, 
60 g Butter, 
100 g Zucker, 
125 ml Sahne,
125 ml Milch, 
1 Prise Salz
Mark einer Vanilleschote 

Für die Deko

1 Ei 
3 EL Wasser 
Mandelblättchen 

Wie man es macht:

Milch und Sahne mischen, die Hefe darin auflösen und die Mischung beiseitestellen.

Das Mehl mit dem Salz, dem Zucker, dem Mark der Vanilleschote und dem Ei  mischen, die aufgelöste Hefe mit der Milch und der Sahne und die in kleine Stücken geschnittene Butter dazugeben und alles gut verkneten. Das dauert mindestens 10 Minuten. Der Teig soll geschmeidig, aber nicht klebrig sein.

Gebt nicht gleich die ganze Flüssigkeit hinzu, sondern erst ungefähr 2/3 und dann vorsichtig den Rest, der Teig darf nicht zu weich werden, sonst lässt er sich nicht zum Zopf flechten.  

Den Teig 1 Stunde gehen lassen, bis er sich ungefähr verdoppelt hat.

Noch einmal durchkneten, in drei gleiche Teile teilen, die Teigportionen je zu einem Strang formen und zu einem Zopf flechten. Dabei solltet ihr am oberen und unteren Ende die Stränge schön mit einander verbinden.

Weitere 30 - 45 Minuten gehen lassen. 
 


Ofen auf 180°C vorheizen (Ober-/Unterhitze).

Wasser mit dem Ei vermischen. Den Zopf damit bestreichen, Mandelblättchen auflegen.

Für ca. 35 - 40 Minuten im Ofen goldgelb backen.

Ihr solltet ein feuerfestes Gefäß  mit  Wasser ganz unten in den Ofen stellen. Durch den Dampf wird der Zopf super zart und saftig. 

Leider gibt es kein Bild vom Endprodukt. Alle Bilder waren vollständig unscharf. Lasst Euch also überraschen wie der fertige Zopf aussieht. Schmecken wird er wundervoll.

Auf einen erfolgreichen Feld-Versuch 2015!!