Sonntag, 21. Juni 2015

Same Procedure

Das wird anscheinend zur Tradition. Im späten Frühjahr komme ich nicht dazu, etwas zu posten. Das war in 2014 so und das ist in 2015 auch so. Es gab es im gesamten Mai und Juni kein HamburgerAllerlei.

Konnte ich mich in 2014 noch mit einer dicken Erkältung rechtfertigen, gibt es in 2015 eigentlich keinen wirklichen Grund für die Sendepause. Es hat einfach nie gepasst und im Job war Land unter.


Aber jetzt, jetzt passt es wieder.

Goedemorgen aus Holland wollte ich euch vor 2 Wochen wünschen.

Da war das HamburgerAllerlei noch auf Texel, der größten der holländischen Nordseeinseln. Nun ist das HamburgerAllerlei wieder zurück in Hamburg, der Post aber immer noch nicht fertig und ich sag dann mal: Guten Tag Hamburg!

Lasst mich berichten, was in den vergangenen Wochen so passiert ist.

Das HamburgerAllerlei war auf Texel. Texel das ist wie schon gesagt eine Nordseeinsel in Nordholland. Texel das sind Schafe, Schafe und noch mehr Schafe, Dünen, Heide, 32 Kilometer Strand, Sturm, Regen, Sonne und eine grauenvolle Anreise.

Aber der Reihe nach.

Warum war das HamburgerAllerlei in diesem Jahr einmal nicht in Frankreich? Weil nur 10 Tage Zeit für den Urlaub zur Verfügung standen und daher die Anreise kurz sein sollte. Es sollte ans Meer gehen und es sollte einmal nicht Sylt sein. 4 Stunden bis nach Texel, das klang nach: Kein Zwischenstopp, schnell rein ins Auto und schwupp ist man da.

Aber die Rechnung hatte das HamburgerAllerlei ohne den Wirt, besser ohne die Fähre gemacht, die uns von Den Helder nach Texel bringen sollte. Bis kurz vor Den Helder lief alles gut, kein größerer Stau, alles prima. Aber dann ging es loß: Starkregen, Sturm und Stau. Kann vorkommen, wird schon werden, dachte ich noch. Es verging eine Stunde, es ging nicht vorwärts, nichts wurde gut.

Es verging eine weitere Stunde, nichts wurde besser. Ich rief bei der Appartementvermietung auf Texel an, bis 17.00 Uhr würden wir den Schlüssel nicht abholen können.

Da wären wir nicht die Einzigen, sagte die nette Dame. Eine der Fähren läge mit brennendem Motor in Den Helder, blockiere den Fährhafen unf würde jetzt abgeschleppt. Sie würden warten, bis alle Gäste auf der Insel sind.

Na super!

Wir warteten dann noch eine weitere Stunde, in der sich nichts bewegte, ein Blick auf die Karte aber zeigte, dass wir nicht wie gedacht gleich an der Fähre, sondern noch fast 6 Kilometer vom Fähranleger entfernt waren. 6 Kilometer Stau! Vor einer Fähre auf die vielleicht 100 Autos passen und die pro Stunde einmal fährt! Keine Chance vor Ablauf von 5 bis 6 Stunden auch nur in die Nähe der Fähre zu kommen. Mittlerweile konnte man vor Dauer-Stark-Regen die Autos vor uns nicht mehr erkennen und jede Sturmböe drückte das Auto fast in den Graben.

Warten war keine Alternative! Also wieder nach Hamburg zurück und die ganze Reise abblasen oder irgendwo in den Weiten Nord-Hollands ein Hotel suchen und es am nächsten Tag versuchen? Wir nahmen uns ein Hotel irgendwo an der Küste, sahen diese vor lauter Sturm und Regen nicht, konnten aber am nächsten Tag ohne Probleme von Den Helder mit der Fähre auf die Insel fahren.



Mir war klar, nach diesem Fehlstart würde Texel es nicht leicht haben, mich von sich zu überzeugen.

Zu 100% hat es mich auch nicht überzeugt.

Was war schön?

Schön - zum Teil wirklich wunderschön - ist die Landschaft.

32 Kilometer Strand, Dünen, Heidelandschaft,
 



kleine Seen, große Highland-Rinder - die einfach mal so auf dem Wanderweg ´rumstehen -

  

  verwunschene Wälder, Mühlen, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe, Schafe
 

 

 und fast hätte ich es vergessen, Schafe.






Und wie gesagt, es gibt Strände, die - wäre das Wetter besser - mit der Südsee konkurieren können. 




Was hat mir nicht gefallen?

Für mich hat Texel trotz der tollen Landschaft keinen Charme. Texel ist mir zu spröde. Alles ist so nett, praktisch, sauber und sooo gut mit dem Fahrrad zu erreichen, ich fahre aber nicht gern Rad.

Einfach am Abend noch mal kurz an den Strand bummeln ohne auf das Rad oder ins Auto zu steigen ist nicht drin. Die Orte liegen - bis auf De Koog und das ist gruselig hässlich - alle mindestens 5 Kilometer vom offenen Meer entfernt. Kein Geschäft auf der Insel läd zum Bummeln ein, es sei denn, man mag hässliche Muschelbilder oder anderen Kitsch. Nichts ist überflüssig oder opulent und selbst die vielen Strandlokale sehen zwar hübsch aus, bieten zum Teil auch recht gutes Essen an, verströmen aber leider den dezenten Charme eines Speisesaals im Jugendlandschulheim.

Es gibt mehrere Orte auf der Insel von denen mich keiner wirklich überzeugt hat.

Oosterend im Osten der Insel war noch einer der schönsten: Hübsche Häuschen, nette Kirche.




Den Burg, eine Ansammlung von Supermärkten und zweitklassigen Bekleidungsläden in einer Fußgängerzone mit dem Charme der späten 1970er Jahre.

De Koog, ein typischer Nordseebadeort ohne jeglichen Charme aber mit einer unterirdisch hässlichen Fußgängerzone, grauenvoll. Das Altonaer Einkaufszentrum Ende der 1990 Jahre war vergleichsweise nett!

De Cocksdorp - dort hatten wir ein Haus gemietet - ein recht hübscher aber belangloser Ort mit nettem Leuchtturm im Norden der Insel. De Cocksdorp besteht hauptsächlich aus einem Supermarkt und ein paar Restaurants, von denen keines dazu einlud, dort einzukehren.

Den Hoorn im Süden der Insel, ganz nett anzusehen, aber in 5 Minuten durchlaufen.

Oudeschild, ein Hafenort mit nettem Fischerhafen, einer kleinen Fußgängerzone und einem wirklichen sehr guten Fischgeschäft. Bei Oudeschild liegt eine der wenigen Sehenswürdigkeiten der Insel, Fort de Schanz.

Bereits um 1500 bildete die Reede von Texel eine wichtige Ein- und Ausfahrstrecke für die Schiffe aus Orten an der Zuidersee in die offene Nordsee. Zum Schutze dieser Strecke ließ Willem van Oranje 1574 das Forts De Schans bauen. Ein etwas gruselig anmutender Ort mitten in der platten Marschlandschaft der Insel. Wir haben De Schanz kurz vor einem heftigen Gewitter besucht. Am Horizont sah man schon die Blitze und der Donner grollte!!! Passte gut.





Fazit: Super Landschaft, tolle Spaziergänge aber warm geworden bin ich mit der Insel nicht.

Und was macht das Feld?

Das macht sich! Wir konnten bereits reichlich ernten. Kohlrabi, Spinat, Salat und Radieschen gibt es in rauen Mengen. Der Brokkoli gedeiht prächtig. Die Kartoffeln wachsen was das Zeug hält und wenn die Blattläuse noch etwas übrig lassen, werden wir auch bald die ersten Dicken Bohnen ernten können.




Es ist daher an der Zeit, einmal wieder die Feldküche zu öffnen.

Es gibt




Was man braucht

6 El Sahnejoghurt,
4 El Zitronensaft,
1 großen oder 2 kleine Kohlrabi,
2 Äpfel ,
Walnusskerne,
Salz,
Pfeffer




Wie man es macht

Sahnejoghurt mit 3-4 El Zitronensaft, Salz, Pfeffer und 1⁄2-1 Tl Zucker verrühren. 

Kohlrabi putzen und schälen. Äpfel vierteln und entkernen. Kohlrabi und Apfel raspeln.



Walnusskerne grob hacken. 

Kohlrabi und Apfel mit dem Joghurt-Dressing mischen, evtl. mit Salz, Pfeffer und Zucker nachwürzen.

Salat mit Walnüssen bestreut servieren.

Schnell, einfach, einfach lecker!

Kommentare:

  1. Liebe Kerstin,

    deine Texelbilder sehen traumhaft schön aus - auch wenn du mit der Insel nicht so richtig warm geworden bist.
    Ich freue mich in diesem Jahr schon sehr auf Zeeland.

    Na, da habt ihr ja schon reichlich geerntet in diesem Jahr! Euer Kohlrabisalat-Rezept gefällt mir sehr gut.
    Die nächsten Grillabende kommen bestimmt.

    Liebe Grüße,
    Sabine

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    1. Hallo Sabine,

      ich wünsche Dir einen ganz tollen Urlaub!

      Liebe Grüße

      Kerstin

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  2. Hallo Kerstin,
    ich war bisher noch nie auf einer der Nordseeinseln, aber ich kann mir vorstellen, dass es da eher ruhiger zugeht und dass das eher was für einen Wellness-Urlaub ist. Aber landschaftlich sieht Texel toll aus, du hast wirklich superschöne Fotos gemacht!
    Liebe Grüße,
    Alex

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